Ausflug zur Burgruine Aggstein in der Wachau

Burgruine Aggstein Blick zur Kernburg
Sagenhafte Geschichten, unglaubliche Ausblicke, mittelalterliche Mauern und großartige Aufbereitung für Besucher: einen Ausflug zur Ruine Aggstein kann ich dir nur ans Herz legen.
Die Burgruine Aggstein liegt auf einen 300 Meter hohen Felssporn in der Wachau. Die ehemalige mittelalterliche Burg entstand im 12. Jahrhundert und wurde im 15. Jahrhundert wieder aufgebaut. Bei einem Besuch der Burgruine Aggstein kannst du völlig ins Mittelalter eintauchen: Die Reste der Burg erkunden, mehr über das Leben auf Aggstein erfahren und Sagen und Legenden über die Burg hören. Und natürlich hast du hier einen fantastischen Blick auf die Donau und Wachau.

Gleich vorab ein Bekenntnis: Ich liebe die Burgruine Aggstein. Sie gehört definitiv zu meinen liebsten Ruinen Österreichs – und davon hab’ ich schon einige besichtigt. Grund dafür ist nicht nur die malerische Lage und herrliche Aussicht, sondern auch die wirklich beeindruckende Burganlage und deren tolle Aufbereitung für Besucher (sprich Wissensvermittlung). Nicht zuletzt auch die vielfältigen Angebote und Veranstaltungen, die immer wieder am Areal der Burgruine stattfinden. Immer wenn ich in der Gegend rund um Aggsbach bin (leider viel zu selten) muss ich auch zur Ruine Aggstein. Dabei habe ich die Burgruine schon auf vielfältige Weise kennen gelernt: als Schauplatz eines bunten Mittelalterfestes, mystisch versunken im herbstlichen Nebel und bei strahlend blauem Himmel und herrlichem Donaublick.

Angekommen im Mittelalter: Ausflug zur Burgruine Aggstein

Fleißige Besucher nähern sich wandernd der Burg, die anderen (wie ich) parken bequem direkt am Fuße der Burg. Ab dem ersten Schritt ins Areal der Burg bin ich gebannt von der gut erhaltenen Ruine. Mit dem Audio Guide am Ohr begeben wir uns auf Entdeckungsreise. Das Schnauben der Pferde und dem Geräusch der Hufeisen am Steinboden begleitet uns dabei. Aber der Audio Guide versetzt uns nicht nur in eine andere, längst vergangenen Zeit, er bringt uns auch die Sagen der Burg und deren Geschichte näher. Diese wird übrigens auch durch diverse Beschilderungen am Burggelände vermittelt.

Die ehemalige Burg Aggstein – mehr zur Baugeschichte

Die Geschichte der Ruine Aggstein wurde in den vergangenen Jahren neu erforscht. 1256 das erste Mal urkundlich erwähnt, dürfte sie alten Mauerresten zufolge, bereits in der Zeit um 1200 entstanden sein. Als Besitzer werden immer wieder die mächtigen Kuenringer in Verbindung gebracht, bewiesen konnte dies für die Frühzeit aber nicht werden. “Erst” 1348 – 1355 wird Leutold II. von Kuenring als letzter Besitzer genannt, nach seinem Tod verfiel die Burg. Im Jahr 1429 wurde der Ritter Jörg Scheck vom Wald von Herzog Albrecht V. mit der Burg belehnt und baute diese wieder auf. In einer Art und Weise, die heute noch ersichtlich ist. Viel erhaltene Gebäudeteile (wie die gotische Kapelle oder der Palas) wurden in dieser Zeit erreichtet. Der Ritter soll später Raubritter geworden sein und für seine unglaubliche Grausamkeit bekannt und gefürchtet worden sein.

Daraufhin folgte eine Zerstörung im Zuge der 1. “Türkenbelagerung” 1529, der Wiederaufbau, eine Burgherrin (1606, Anna von Polheim-Parz), die vor allem für die Gebäude vor der Anlage verantwortlich war, weitere Besitzwechsel und ab dem 19. Jahrhundert erste Arbeiten zur Erhaltung der Anlage. 2003 erfolgte eine große Revitalisierung mit den heutigen Sichtstegen, Kanalisation, Wasserleitungen und anderen Notwendigkeiten, um den Besuch der Burg so reibungslos und schön gestalten zu können, wie er heute ist.

Besichtigung einer Mittelalterburg

Jedes Mal staune ich erneut, über all die erhaltenen Details. Die massiven Burgmauern (teilweise bis zu fünf Meter hoch), das spitzbogige Eingangsportal, die mächtige Kernburg, die über eine hölzerne Stiege zu erreichen ist. Darin die gotische Kapelle, die ebenfalls noch weitgehend erhalten ist. Einmal schneller, einmal langsamer erkunden wir die Burg. Es braucht keine große Fantasie, um sich das ehemalige Aussehen vorzustellen. Die gut erhaltene Burg, die Erläuterungen vor Ort und aus dem Audio Guide vermitteln ein umfassendes Bild. Während wir durch die Burg Aggstein streifen, entlang der hohen Burgmauern spazieren, Blicke in die gotische Kapelle, die Bäckerei und andere Gebäudeteile werfen, werden uns Geschichten und Sagen zur damaligen Zeit erzählt. Immer wieder bleiben wir stehen und genießen die herrliche Aussicht über die Region. Die Donau, die Wachau bis hin zum Ötscher und bei bestem Blick auch zum Schneeberg. Einfach nur wunderschön.

Burg Aggstein

Aussicht von der Burgruine Aggstein
Nicht nur die Burg an sich ist einen Besuch wert, sondern auch die traumhafte Aussicht über die Wachau bis zum Ötscher und Schneeberg.

TIPP: Wenn du vor dem Eingang rechts in den Wald bergauf abbiegst, kommst du zu einem Felsvorsprung, von dem du einen traumhaften Blick auf die Ruine genießen kannst!

Burgruine Aggstein aus der Ferne
Von etwas außerhalb bietet sich dieser sagenhafte Blick auf die Burgruine Aggstein.

Blick in den Burghof und die Taverne
Die Taverne in Burghof lädt zum Verweilen ein. Bei kaltem Wetter auch drinnen, wo du dich vor dem Schwedenofen wieder aufwärmen kannst.

Als krönender Abschluss wartete ein Besuch in der Taverne. Je nach Wetter draußen im Burghof, die Sonne genießend, oder aber vor dem gemütlichen Schwedenofen in der Ruine selbst. Ein perfekter Abschluss.

Das Programm für Besucher – Mittelalterfest, Burgadvent & mehr

Die Besichtigung ist aber nicht der einzige Programmpunkt, der hier für Besucher geboten wird. Einerseits das schon erwähnte Mittelalterfest, bei dem sich die Burg und Burghöfe mit viel Leben, bunten Ständen, Rittern, einem Schmied, Bogenschießen und anderen Attraktionen füllt. Wo du als Besucher auf Menschen in Mittelalterkleidung triffst und dich vom bunten Treiben einfach mitreißen lassen kannst.

Als recht neuer Programmpunkt gibt’s übrigens das Abenteuerspiel, angelehnt an die derzeit beliebten Exit-the-room Games. Hier kannst du, gemeinsam mit Kollegen, Freunden oder Familie Rätsel lösen und die Ruine ganz neu entdecken!

Ein jährlicher Fixpunkt im Advent ist auch der Burgadvent. An drei Novemberwochenenden öffnet die Burg nochmals ihre Tore und lässt interesserte Besucher ein. Die Burg ist dabei mit stimmungsvollen Fackeln beleuchtet, durch das Areal klingen die Töne der Gasslspieler und Gaukler. Neben Punsch, Glühwein, Markständen und anderen klassischen Dingen, die bei einem Adventmarkt nicht fehlen dürfen wird auf der Burg Aggstein auch ein Feuerwerk (18:00) und eine Märchenstunde von Dena Seidl geboten.

Das rät dir freets für deinen Besuch bei der Burgruine Aggstein

  • Nimm dir unbedingt einen Audio Guide! Die Hörspiele sind lustig und liebevoll gestaltet und du erfährst Sagen und Legenden, aber auch Fakten über die Burg Aggstein.
  • Zum Aufwärmen lohnt sich ein Besuch in der Taverne. Hier gibt’s leckeres Essen und einen Schwedenofen. Im Sommer gibt’s genügend Sitzmöglichkeiten im Burghof.
  • Familienticket erhältlich: 2 Erwachsene, 1 Kind: 18,50
  • Du kannst die 300 Höhenmeter auch zu Fuß zurücklegen. Direkt von Aggsbach startet ein Wanderweg zur Ruine. Der Weg ist gut beschildert.
  • Parkplätze sind vor dem Eingang und beim Ausgangspunkt des Wanderwegs vorhanden.
Pin Ruine Aggstein
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Nützliche Hinweise für deinen Besuch

Kuenringer Straße 13, 3394 Aggstein
Öffnungszeiten: 3. Mai–31. Oktober, täglich 09:00-18:00
sowie am 6.-7.11, 13.-14.11 und 20.-21. November (Sa-So) zum Burgadvent
Fr: 15-00-19:00, Wochenende 10:00-19:00
Preis: Erwachsene 7,50; Kinder 6-16: 5,50
Dauer der Führung 1 Stunde
Dauer: 2 Stunden
Aktualisiert: Oktober 2021
www.ruineaggstein.at/

Zuletzt besucht: April 2017

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