Wie der Christbaum unsere Wohnzimmer eroberte

Nadelbaum im Wald, Christbaum
Zu Weihnachten darf er in keinem Wohnzimmer fehlen: der Christbaum! Aber woher stammt diese Tradition? ©Nicolas Schlager

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Unverzichtbar in Sachen Weihnachten ist er geworden, der Christbaum. Ein fixer Bestandteil der weihnachtlichen Tradition schlechthin. So sehr, dass als Notbehelf auch schon mal Plastikbäume oder Zimmerpflanzen herhalten müssen. Oder Äste, die mit verschiedenen Kugeln behängt werden. Aber woher kam diese Tradition? Und ab wann bekommst du heuer deinen Christbaum?

Der Christbaum: ein fixer Bestandteil des Weihnachtfests

Erinnerst du dich auch an die große Überraschung als du zu Weihnachten als Kind plötzlich vor dem schön geschmückten Christbaum gestanden bist? Scheinbar wie aus dem Nichts war er plötzlich im Wohnzimmer. Prächtig geschmückt, funkelnd. Gut, dass er nicht aus dem Nichts kam, sondern vom Christkind, das war auch damals schon klar. Vielleicht wurde bei dir, so wie auch bei mir, sogar offiziell dem Christkind geholfen mit dem Christbaum Aufputzen. Entlastung des Christkindes sozusagen, damit dessen ohnehin schon stressiger Weihnachtstag wenigstens eine Spur ruhiger werden würde. Man hilft ja gerne. Da war zwar die Überraschung am Heiligen Abend nicht mehr so groß, aber das Aufputzen umso schöner; und angezündet hat die Kerzen am Baum natürlich dann doch das Christkind, so viel Zeit musste sein, Stress hin oder her; und sobald der Klang der Glocke ertönte, war man so schnell wie möglich zum Baum gerannt. Um dann andächtig davor stehen zu bleiben, zwecks Bewunderung und neugieriger, verstohlener Blicke auf die Geschenke.

Christbaum mit Geschenke
Christbaum zu Weihnachten ©Golf Resort Achental Team (http://bit.ly/1P4ug5B)

Weihnachten ohne Christbaum geht also nicht. Da werden sich die meisten einig sein. Ging es aber früher? Woher kommt die Tradition einen Baum aus dem Wald zu holen und festlich zu schmücken?

Die Ursprünge des Christbaums

Das Verwenden von Tannen und Fichten, Bäumchen, aber auch – wie heute wieder verstärkt – von grünen Ästen und Stechpalmen für die weihnachtliche Dekoration, gibt es schon lange. Das geht bis ins Spätmittelalter zurück. Zu jener Zeit, im 16. Jahrhundert, sollen die Handwerker in ihren Zunftstuben sogenannte Geschenkbäume aufgestellt haben. Geschmückt mit Nüssen, Äpfel, Datteln, Papierblumen und Brezeln. Die dann die Kinder der Mitglieder leerräumen durften. Der Schmuck selbst war also das Geschenk, nicht die bunt eingepackten Geschenke, die sich unter dem Baum stapeln. Von dieser Zunftstube breitete sich die Idee eines Baumes rund um Weihnachten auch langsam im Bürgertum aus. So sehr, dass man von einem allgemeinen Trend sprechen kann, aber nicht.

Von der Zunftstube ins Wohnzimmer

Das passierte dann erst im Biedermeier. Die Zeit um den Wiener Kongress (1815–1848), in der Haus und Heim mehr in den Fokus rückten. In der sich nicht nur der Christbaum, sondern auch das besinnliche Familienfest und Christkind entwickelte. Schon 1814, einige Monate nach Beginn des Kongresses, wird das erste Mal von einem Christbaum gesprochen, ausgerechnet in einem berühmten, großbürgerlichen Salon; und so wurde der Christbaum zum Trend und verbreitete sich in den bürgerlichen Kreisen wie ein Lauffeuer.

Christbaum Schmuck, Kugeln von oben
Nachdem der perfekte Baum ausgesucht wurde, darf natürlich der Schmuck für den Christbaum nicht fehlen!

Etwas anders hat man sich den Christbaum aber doch vorzustellen. So mit Prunk, Glanz und Gloria, wie er in heutigen Zeiten oft aufgeputzt wird, war dieser Biedermeier–Christbaum noch nicht. Die Kerzen waren viel zu teuer, eine dazugehörige Christbaumschmuckindustrie noch nicht entwickelt. Aber es sollte nicht lange dauern. 1824 wurden mit der Erfindung des Stearins die Kerzen erschwinglicher, ab der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts der „Industriezweig“ Christbaumschmuck ausgebaut. Sodass nun auch mehr da war: an Auswahl, an Produkten, an potentiellen Kunden; und das Lauffeuer richtig angefacht werden konnte. Sodass der Baum fester Bestandteil der weihnachtlichen Tradition wurde und sich seinen Platz in unserem festlich geschmückten Wohnzimmer fest erobern konnte.

Ab wann du deinen Christbaum kaufen kannst!

Klar also, dass du rund eine Woche vor Weihnachten also schon an deinen eigenen Christbaum denken wirst! Weil Weihnachten ohne eben nicht geht, wie schon besprochen. Weißt du schon woher er kommen wird, wie er aussehen und wann du ihn nach Hause bringen wirst?

Christbaum, Verkauf an der Taborstraße
In Wien startete am 11.12. der Verkauf der Christbäume! Höchste Zeit für’s Christkind aktiv zu werden!

Klar, viele Leute – auch in meinem Umkreis – haben da eine ganz klare Idee. Quasi den Christbaumverkauf-Insider Tipp, den Ort, der jährlich zum Christbaumkauf aufgesucht wird. Wo du die schönsten, tollsten Bäume erhältst und wo das einkaufen so richtig Spaß macht. Das gilt aber nicht für alle. Für mich beispielsweise, als derzeitige Wienerin war das nicht ganz klar. Vor allem weil ich diesmal vom klassischen „Hornbach-Christbaum-Verkauf“ weg wollte, weil zu unromantisch und auch zu schlechte Auswahl. Diesmal sollte es also ein Baum sein, der direkt in der Stadt, am besten natürlich in der Nähe erstanden werden kann. Und da ist natürlich schon unklar gewesen, ab wann ich den Baum kaufen kann.

Lange Rede kurzer Sinn: Ab dem 11.12.2015 – 24.12.2015 gibt’s in Wien an 293 Stellen Christbäume zu kaufen! Die Bäume kommen aus Niederösterreich und sind auch in der Stadt relativ erschwinglich.

Nützliche Infos für deinen Christbaumkauf in Wien

Verkauf an 293 Stellen in Wien
von 11.12-24.12.2016
www.wien.gv.at/thema/advent/christbaumsaison.html

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