Ein kleines Lebenszeichen von mir – oder: Wie sich meine Freizeit mit zwei kleinen Kindern verändert hat

Baby, Freizeit mit Neugeborenem ©luma-pimentel

Mehrmals habe ich diesen Blogbeitrag angefangen und wieder abgebrochen. Umgeschrieben, gelöscht und neu begonnen. Darüber nachgedacht, ob ich ihn überhaupt schreiben soll und wie am besten. Ob ich mich nochmal mit einem kurzen Einblick in unser Familienleben, in mein Leben, bei euch melden soll. Weil, so ganz privat zu bloggen ist dann doch wieder etwas ganz anderes, als über Reise- und Ausflugserfahrungen zu schreiben. Das Wochenbett und die ersten Wochen nach der Geburt eines Babys gehören für mich zu den privatesten Momenten überhaupt. „Da schwimmt man irgendwie in einer Blase, geschützt und abgeschieden von der restlichen Welt“, wie es meine Schwägerin mal treffend formuliert hat.

Dennoch: Ich habe mich dafür entschieden euch zumindest schriftlich ein wenig an unserem derzeitigen Leben teilhaben zu lassen (bildlich muss ich euch leider enttäuschen, denn wir gehören zu den „keine-Fotos-von-unseren-Kindern-auf-Social-Media“ Eltern“). Und hier sind wir nun.

 

Wie sich meine Freizeit mit Baby verändert hat

Jeder der schon Mama ist weiß es: Die ersten Wochen und Monate mit Baby sind ganz dem neuen Erdenbürger gewidmet. Völlig. Weil gestillte Babys einfach Hunger haben und nicht lange ohne ihre Mama auskommen. Weil sie einen einfach brauchen. Was schön ist, sehr schön, aber auch anstrengend und vor allem ungewohnt. Denn plötzlich ist sie weg, die persönliche Freiheit, die Entscheidungsgewalt, was nun mit den doch freien Stunden des Tages angestellt wird. Tag für Tag. Und bald stellt man sich die Frage: Hat man denn überhaupt noch Freizeit? Was mir beim ersten Kind noch etwas Probleme bereitet hat, ist beim zweiten Mal leichter (Erfahrung ist ja auch für was gut). Ganz im Gegenteil, ich genieße die Kuschelzeit mit meinem kleinen Mädchen intensiv.

Die Schlafphasen meiner kleinen Tochter sind für Haushalt und für meine Große reserviert, die derzeit permanente Unterhaltung und Action braucht (Zitat vor ein paar Tagen: „Zu Hause gfallts mir nicht, ich will wieder irgendwo hinfahren“). Wie meine „Freizeit“ also aussieht: Wir kuscheln viel, wir lernen uns kennen, wir spielen uns als vierköpfiges Team ein, wir verbringen Zeit mit unserer Familie (Großeltern, Tanten & Co), wir lernen erneut, wie es ist mit wenig bis kaum Schlaf auszukommen (mühsam aber machbar) und wie man die Nächte mit zwei Mädels übersteht, die beide nicht viel vom Durchschlafen halten (auch das ist möglich). Daneben versuchen wir viel Zeit draußen zu verbringen, gehen spazieren, verbringen gefühlte Stunden am Spielplatz und genießen die ersten Sonnenstrahlen vor dem Haus.

 

Ein paar Dinge, die jetzt anders sind (und sein werden)

  1. Der Ausflugsradius hat sich verkleinert. Mehr als eine Stunde pro Strecke möchte ich mit den beiden derzeit nicht im Auto fahren und so stehen eher kürzere Ausflüge auf der Wunschliste, als große Unternehmungen.
  2. Barrierefreiheit und Wickelmöglichkeiten sind plötzlich (oder vielmehr noch immer) Thema. Erstere ist übrigens seit 2 Jahren bei allen meinen Blogartikeln erwähnt.
  3. Schlafenszeit gilt jetzt nicht nur mehr für das Kind, sondern die Kinder und mich. Spätestens um 22:00 ist Nachtruhe, weil besagte Nacht könnte ja kurz werden und am nächsten Tag ist wieder viel Energie gefragt.
  4. Spielplätze und kurze Spazierwege sind wichtiger denn je. Wir haben uns noch nicht durchgerungen einen Geschwisterwagen zu kaufen und daher wird nur unsere Kleinste im Kinderwagen kutschiert. Gewinner sind Strecken, die beides beinhalten, damit ich die Große motivieren kann, brav die Runde zu Ende zu gehen, weil dort die Rutsche wartet.
  5. Das Basteln hat sich in unseren Alltag geschlichen. Was ja gar nicht so mein Ding ist, aber was tut man nicht, um das Kind zu erfreuen.
  6. Ein Babysitter bringt Entlastung, aber hilft nur noch bedingt, um Zeit für einen selbst freizuschaufeln. Denn die Kleine bleibt trotzdem bei mir. Mir bleiben die Schlafphasen, die dann aber – je nach Nacht – immer wieder mehr zum Erholen als für Projekte genützt werden.
  7. Planung und Vorsätze sind völlig sinnlos. Vorauszusagen wie der Tag wird und was zu schaffen ist, ist derzeit einfach nicht möglich.
  8. Die Zeit zu schreiben hat sich um ein Vielfaches verkürzt. Statt geblockt Stunden vor dem Computer zu sitzen, gibt es jetzt meistens Notizen, die Stück für Stück ausformuliert werden; und das Handy wird vermehrt zur Hand genommen (geht einfach schneller und viel unkomplizierter).

 

Weil wir dennoch wir geblieben sind

Trotz allem sind wir natürlich die gleichen geblieben. Mit den gleichen Interessen und Wünschen. Nur, dass jetzt Aktivitäten dazu kommen, die auch den Kindern gefallen bzw. bei denen die beiden auch integriert werden können. Und so werken wir trotzdem im Garten, um ihn heuer endlich benutzbar und schön grün zu machen. Besuchen Geburtstagsfeiern von Freunden und unternehmen bspw. eine halbtägige Shopping-Tour samt Burger Essen. Nur, dass wir eben zu viert statt zu dritt auftauchen. Die Zeit allein und zu zweit muss derzeit warten (oder beschränkt sich auf 60 Minuten ab 21:00, wenn beide Kinder mal schlafen). Kino oder gemeinsames Abendessen in einem Restaurant fällt derzeit aus (weil ein Babysitter eben nur bedingt hilft). Wir schauen hald‘ Filme zu Hause, kochen selbst und laden Freunde ein.

Mich persönlich stört das nicht so. Wobei ich mich schon sehr freue, wenn die Ausflugssaison auch wieder bei uns startet und ich gerne etwas mehr Zeit hätte, um meine Ideen und Projekte umzusetzen. So sehr ich die Zeit mit meinen Mädels auch genieße, so sehr kehrt der Wunsch zurück, einfach mal ein paar Stunden zu schreiben. Oder im Internet zu surfen und nach Inspirationen für kommende Ausflüge oder Urlaube zu suchen. Meine Wunsch-Ausflugsliste füllt sich immer mehr (weil ich dann doch nicht anders kann): ein Abstecher im neu eröffneten Museumsdorf Krumbach, eine Bootsfahrt in Wien, ein Vormittag beim Eis Greissler, ein Besuch der Landesausstellung (MUSS!), eine kleine Wanderung am Semmering, vielleicht sogar eine Fahrt auf den Schneeberg; und im Sommer dann unser erster Urlaub zu viert in einem Kinderhotel in Kärnten (Heidi Hotel – wie gespannt bin ich darauf!). Auch meine Pinterest Boads füllen sich Tag für Tag mit Ideen (werft mal einen Blick darauf, hier tut sich derzeit am Meisten). Bleibt nur noch die Umsetzung. Aber die kommt. Bald. Hoffe ich.

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