Einblick Langhaus Gurker Dom
Die Geschichte des Gurker Doms reichs bis ins 12. Jahrhundert zurück. Die romanische Pfeilerbasilika beeindruckt Besucher mit ihrer Monumentalität, der großen Kunstfertigkeit diverser Ausstattungsstücke und natürlich der berühmten 100 Säulen Krypta, die das Grabmal der Hemma von Gurk beherbergt.

Der Gurker Dom: Besichtigung eines Architekturjuwels

Der Gurker Dom oder Dom zu Gurk gehört sicherlich zu den herausragenden kirchlichen Bauwerken Österreichs. Der romanische Bau, der noch in großen Teilen erhalten ist, begeistert nicht nur mit seiner Monumentalität, sondern auch mit der berühmten 100-Säulen Krypta, der mittelalterlichen Bischofskapelle, äußeren Vorhalle und anderen architektonischen Teilen und Details aus der Zeit zwischen 1170 – 1590. Ein Besuch lohnt sich.
Neugierig gehe ich auf die beeindruckende romanische Kirche zu. Ihre 60 Meter hohe Doppelturmfassade haben wir schon bei der Anfahrt bewundert, nun schweift der Blick über die massiven Grundmauern, die romanische Apsis im Chorbereich, die  kleinen Fenster des Langhauses. Schon öfter hab‘ ich mir bei unseren Reisen nach Kärnten vorgenommen hier Halt zu machen, heute ist es soweit. Zufällig eigentlich, nur mal schnell reinschauen ist der Plan. Soweit ich eben komme, ohne für die ganze Familie viel Eintritt bezahlen zu müssen. Denn in Anbetracht der kunsthistorischen Relevanz des Gurker Doms hätte ich genau das erwartet: nicht zugängliche Räume, Führungspflicht, Eintrittspreise.

Romanischer Dom & Begräbnisstätte der Hemma von Gurk

Umso erstaunter bin ich, als ich die Kirche erreiche. Dass ich einfach so reinspazieren und mich umsehen kann. Genau das tue ich und meine Begeisterung für dieses Bauwerk wächst Schritt für Schritt. Nicht wegen dem freien Eintritt, sondern dessen Aussehen. Vor mir erstreckt sich eine dreischiffige Pfeilerbasilika, die trotz Umgestaltungen im Mittelalter und der Barockzeit noch viel von ihrer ursprünglichen Erbauungszeit Preis gibt. In der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde die heutige Kirche in unmittelbarer Nähe eines aufgelassenen Frauenklosters errichtet, 1174 die Gebeine der (heute heiliggesprochenen) Hemma von Gurk in die neue Krypta übertragen. 1200 wurde der Hochaltar geweiht, 20 Jahre später war der restliche Bau samt Stiftsgebäude fertig gestellt.

 

 

Hochformat Einblick in den Dom zu Gurk

Eingang zur Krypta, Gurker Dom

Die massiven Pfeiler, die das Gebäude unterteilen, die kleinen Fenster am Langhaus, das eigenes erhöhte Mittelschiff oder auch das Westportal (ein Trichterportal um die Zeit um 1200, das zu den am besten erhaltenden romanischen Portalen Österreichs zählen soll), all das verweist auf diese ursprüngliche, jahrhundertalte Architektur. Auch die letzte Ruhestätte der Hemma von Gurk, die ich später noch besichtigen werden.

Die gotischen Erweiterungen und meine persönlichen Highlights

All das ist natürlich schon spektakulär für sich. Denn romanische Kirche – vor allem in dieser Dimension – findet man dank Barockisierung eher selten; und auch wenn ich ehrlich begeistert bin, bleibt mein Blick bei den Gewölben hängen. Kunstvoll legen sie sich über Quer-, Langhaus und Chor und drücken der Kirche auch einen gotischen Stempel auf (15. – 16. Jhdt). Langsam gehe ich durch den Raum, steige die Stufen zum Chor hinauf und schaue mich um. Die Atmosphäre hier ist großartig, der große Bau liegt still vor mir. Stück für Stück, von Ost nach West, entdecke ich den Dom bis ich am anderen Ende angelangt bin und wieder ins Staunen komme.

Detail Gurker Dom
Barocke Kanzel vor Wandmalereien im Gurker Dom

Gewölbe Gurker Dom

Gurker Dom, Seitenschiff

Noch mehr Mittelalter im Dom zu Gurk

Verborgen hinter einen Tür liegt die Vorhalle des Gurker Doms. Dieser Raumteil wurde erst im Nachhinein, Anfang des 14. Jahrhunderts, geschaffen, indem eine Mauer zwischen den beiden Türmen und dem Westportal eingezogen wurde. Hier muss ich einfach stehen bleiben und mich umsehen. Der Raumteil ist über und über mit mittelalterlichen Wandmalereien bedeckt (aus der Zeit um 1340), das Gewölbe als Sternenhimmel gestaltet. Das beeindruckende Portal mit all den Säulen und Kapitellen zieht ebenfalls lange meine Aufmerksamkeit auf sich, auch das gegenüberliegende aufwändige Maßwerkfenster, dessen Glasscheiben übrigens teilweise noch aus der Erbauungszeit stammen sollen. Immer wieder kehre ich hierher zurück, staune über all die Details und – wie immer- über die Kunstfertigkeit jener Zeit.

Darüber, in der Westempore, befindet sich übrigens die Bischofskapelle, die ebenfalls sehr sehenswert ist, die wir bei unsrem Besuch aber nicht besichtigt haben.

 

Die 100-Säulen Krypta im Gurker Dom

Kurz verlasse ich die Kirche, meine Neugierde ist aber noch nicht gestillt. Der Grund, weswegen ich den Gurker Dom ja schon aus dem Studium kenne, ist jener Bauteil unter der Erde: die 100 Säulen Krypta. Die letzte Ruhestätte der Hemma von Gurk, der erste fertiggestellte Raumteil des Doms. 1174 wurden die Gebeine Hemmas hierher transferiert (ich hab’s schon erwähnt) und auch wenn das Grab ursprünglich anders aussah und situiert war, im Groben hat sich die Krypta aus jener Zeit erhalten.

Um 2 Euro bekomme ich den Schlüssel zur Krypta, Minuten später stehe ich mitten drin. Säule an Säule reiht sich vor mir aneinander. 96 einfache Säulen, zwei Doppelsäulen stützen des Gewölbe, dazwischen liegen romanische Würfelkapitelle. Langsam streife ich durch den Raumteil und lasse die Architektur auf mich wirken. Ein Erlebnis für sich.

100 Säulen Krypta, Gurker Dom
96 Säulen auf romanischen Würfelkapitellen und zwei Doppelsäulenpaare tragen das Gewölbe der romanischen Krypta.

Detail 100 Säulen Krpyta Gurker Dom

Grabmal Hemma von Gurk, Gurker Dom
In der Krpta liegt die hl. Hemma von Gurk begraben.

Erst nach einen erneuten Rundgang durch den Dom reiße ich mich los und wir brechen auf. Immerhin liegt noch ein Stück fahrt vor uns. Der Stopp hat sich aber jedenfalls mehr als gelohnt.

PIN Gurker Dom
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Tipps von freets für einen Ausflug in den Gurker Dom

  • Parkplätze sind vor Ort ausreichend vorhanden.
  • Der Gurker Dom ist zum Teil barrierefrei und mit Kinderwagen zugänglich, der Chor und die Krypta ist nur über Stufen erreichbar.
  • Durch den Dom gibt es gegen Voranmeldungen (0043 4266/8236-12) auch Führungen und daneben die Schatzkammer zu besichtigen.
  • Führungspreise und Zeiten gibt’s auf der Website des Gurker Doms zu sehen.

Besucherinfos

Domplatz 11, 9342 Gurk
Öffnungszeiten: Mo – So: 09:00 – 17:00 (November bis Februar 10:00 – 16:00)
Preis: in die Kirche kostenlos, in die Krypta 2 Euro pro Erwachsenen
Dauer: rund 1 Stunde
0043 4266/8236-12
Aktualisiert: September 2022
https://www.kath-kirche-kaernten.at/dioezese/organisation/C2509

Zuletzt besucht August 2022

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