Auf der Ruine Aggstein – Willkommen im Mittelalter

Ruine Aggstein, Blick auf die Kernburg
NÖ, Wachau, Ruine Aggstein

kurz&bündig

Die Ruine Aggstein liegt auf einen 300 Meter hohen Felssporn in der Wachau. Die ehemalige mittelalterliche Burg entstand im 12. Jahrhundert und wurde im 15. Jahrhundert wieder aufgebaut. Bei einem Besuch der Burgruine Aggstein kannst du völlig ins Mittelalter eintauchen: Die Reste der Burg erkunden, mehr über das Leben auf Aggstein erfahren und Sagen und Legenden über die Burg hören. Und natürlich hast du hier einen fantastischen Blick auf die Donau und Wachau. Ein Besuch lohnt sich definitiv!

Willkommen im Mittelalter!

Willkommen auf der Ruine Aggstein

Ja, ich liebe das Mittelalter. Und dass ich dir daher einen Ausflug zu einer mittelalterlichen Ruine nur ans Herz legen kann, versteht sich natürlich von selbst. Weil ich es einfach großartig finde, zwischen alten Gemäuern zu spazieren und ein wenig von dieser vergangenen Zeit aufzusaugen. Dass dieses Feeling bei mir recht schnell da ist, weil ich mich dafür einfach schnell begeistern kann, ist auch klar. Und daher muss ich an der Stelle auf jeden Fall betonen: Wenn das bei dir nicht der Fall ist, macht das gar nichts! Du wirst Aggstein trotzdem lieben. Warum? Lies einfach weiter und überzeug dich selbst!

Die ehemalige Burg Aggstein – mehr zur Baugeschichte

Ruine Aggstein, Kernburg
Massive Mauern aus dem 13. – 15. Jahrhundert schützen die Kernburg der Burg Aggstein vor Angreifern. Dennoch wurde die Burg einige Male eingenommen.

Zuerst einmal, die Architektur ist einfach der Hammer. Ja, wären wir wieder beim Thema. Aber bei der Ruine Aggstein hat sich so einiges erhalten und es braucht nicht viel an Vorstellungsvermögen und überschäumender Begeisterung, dass du dir ein gutes Bild vom damaligen Bau machen kannst. Vor allem die Kernburg ist ausgesprochen gut erhalten; und an unterschiedlichen Stellen finden sich auch diverse Erläuterungen, welcher Bauteil hier eigentlich nur noch in Resten erhalten ist und wie das denn eigentlich alles ausgesehen hat. Außerdem kommst du gleich zu Beginn an einer Rekonstruktionszeichnung vorbei, die dir dann alles erstmals vor Augen führt. Dazu ist ein eigener Raum in der Burg der Baugeschichte und Rekonstruktion (samt Modell) gewidmet.

Die heutige Ruine geht auf einen Vorgängerbau zurück, der um 1200 entstand. Schon in den nächsten Jahren wird die Burg Aggstein auch schon – wenn auch nur indirekt – urkundlich genannt. Im Jahr 1429 wurde der Ritter Jörg Scheck vom Wald von Herzog Albrecht V. mit der Burg belehnt und baute diese wieder auf. Obwohl die Burg ab dem 17. Jahrhundert dann noch ab und an den Besitzer wechselte und augenscheinlich auch immer mehr verfiel, hat sich diese ursprüngliche Burg aus dem 13.–15. Jahrhundert bis heute erhalten. Und die kannst du bei einem Besuch natürlich genauestens unter die Lupe nehmen.

Ruine Aggstein, Kapelle Einblick auf den Altar- und Chorbereich
Einige Räume der Ruine Aggstein sind noch ausgesprochen gut erhalten, wie die Kapelle in der Kernburg. Das düstere Licht und die Kirchenmusik im Hintergrund versetzen dich in eine andere Zeit.
Ruine Aggstein, Sichtstege
Mittels Sichtstegen kannst du auch auf die alten Mauern der Ruine Aggstein gelangen und jeden Winkel der ehemaligen Burg erkunden.

Und mit genau meine ich auch genau. Da wirst du nicht nur einen Blick in die Bäckerei oder die ehemalige Kapelle werfen, durch die Eingangstore marschieren und über den Innenhof der äußeren Burg. Nein, du wirst auch rauf klettern und auf den Mauern deine Entdeckungstour fortsetzen. Denn die hohen und dicken Mauern (teilweise bis zu 5 Meter!) kannst du mittels Sichtstegen überwinden. Immer höher geht’s dann die Stiegen hinauf bis du einen großartigen Blick auf die umliegende Gegend und natürlich auf die Kernburg hast. Wirklich wahnsinnig schön. Da kann selbst der Nebel oder schlechtes Wetter die Sicht nicht trüben (so fern es nicht zu dichter Nebel war).

Ruine Aggstein, Blick über den Hof zur Kernburg
Egal welches Wetter gerade ist – in Aggstein ist es immer schön! Der Nebel und das herbstliche Wetter versetzt dich sogar noch eine Spur mehr ins Mittelalter.

Die mittelalterliche Aufbereitung der Ruine Aggstein

Allein das wäre ja schon super oder? Auf eigene Faust oder mit Führung die Ruine erkunden, die Mauern erklimmern, herum kraxeln, in alte Räume klettern und aus den Fenstern in die Tiefe schauen. Das ist ja ein wirklich guter Ausflug ins Mittelalter! Nein, du siehst das nicht so? Ja stimmt, da geb’ ich dir recht! Weil nachdem ich in Aggstein war, weiß ich was noch möglich ist! Eine großartige Aufbereitung in Hinblick Kulturvermittlung und Geschichte. Was jetzt etwas theoretisch klingt ist im Prinzip nur das, was dich bei der Burg erwartet und was dir mittels Audio Guide geboten wird!

Da begrüßt die beispielsweise schon nach dem Wappentor der Henker, der über dem angeblichen Verlies steht und bedrohlich seine Axt in Händen hält – nur darauf wartet, sein Urteil vollstrecken zu können. Da wartet im grausamen Rosengärtlein eine menschliche Rose auf dich (was es damit auf sich hat erfährst du übrigens im Audio Guide) und natürlich noch vieles mehr, zu viel möchte ich da jetzt auch gar nicht verraten.

Henker bei der Arbeit beim angeblichen Verlies der Ruine Aggstein
Die großartige und kindgerechte Aufbereitung der Ruine Aggstein bringt Spaß für Groß und Klein!

Zusätzlich wirst du akustisch von Pferdegetrappel und Schnauben begleitet und von den Sagen und Legenden der Burg Aggstein. Dir wird erzählt wie das Leben denn nun wirklich auf Aggstein war, wie es so im Mittelalter zuging und was dann doch eher im Reich der Legenden angesiedelt ist. So kannst du ganz individuell und auf eigene Faust die Burg erkunden.

Ruine Aggstein, Blick in den Rittersaal
Ein besonderes Highlight der Ruine Aggstein ist sicher der Rittersaal, den du auch für private Veranstaltungen mieten kannst.

Abschließend rat’ ich dir noch unbedingt in den Rittersaal zu schauen und natürlich in die Tavere. Wo ein gemütlicher Schwedenofen bei uns wieder für die dringend benötigte Wärme sorgte und der köstliche Ritterschmaus für die nötige Fülle unseres Magens. Das alles in den alten Gemäuern der Burg mit Ausblick „ins Tal“ auf die Donau. So lässt sich ein mittelalterlicher Ausflug gut beenden!

Das rät dir freets für deinen Besuch bei der Ruine Aggstein

  • Nimm dir unbedingt einen Audio Guide! Die Hörspiele sind wirklich lustig und liebevoll gestaltet und du erfährst Sagen und Legenden, aber auch die Fakten über die ehemalige Burg Aggstein.
  • Zum Aufwärmen lohnt sich ein Besuch in der Taverne. Hier gibt’s leckeres Essen und einen Schwedenofen. Im Sommer gibt’s genügend Sitzmöglichkeiten im Burghof.
  • Familienticket erhältlich: 2 Erwachsene, 1 Kind: 16,00,  jedes weitere Kind 2,00
  • In der Ruine Aggstein gibt es im November (jedes WE 10:00–19:00) einen Kunsthandwerks Christkindlmarkt.
  • Du kannst die 300 Höhenmeter auch zu Fuß zurücklegen. Direkt von Aggsbach startet ein Wanderweg zur Ruine. Der Weg ist gut beschildert.
  • Parkplätze sind vor dem Eingang und beim Ausgangspunkt des Wanderwegs vorhanden.

Nützliche Hinweise für deinen Besuch

Burgruine Aggstein, 3642 Aggsbach Dorf
Geöffnet: 17. März–Mai; September–Oktober: 09:00-18:00; Juni-August bis 19:00
Preis: Erwachsene 6,70; Kinder 6-16: 4,60; Audioguide 1,50; Führung: 4,50
Dauer der Führung 1 Stunde
Dauer: 2 Stunden
Aktualisiert: 01. Juni 2016
www.ruineaggstein.at/

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