Zu Gast bei Sigmund Freud: Im Sigmund Freud Museum Wien

Arbeitszimmer Sigmund Freud Museum Wien
Das Sigmund Freud Museum befindet sich in den ehemaligen Wohn- und Praxisräumen Sigmund Freuds in der Berggasse in Wien. Hier lernst du das ehemalige Umfeld Dr. Freuds kennen und erhältst mehr Einblicke in dessen Leben! ©Sigmund Freud Privatstiftung/Florian Lierzer

kurz&bündig

Das Sigmund Freud Museum in Wien befindet sich in den ehemaligen Wohn- und Praxisräumen Sigmund Freuds, dem Begründer der Psychoanalyse. Hier kannst du nicht nur einen Einblick in die ehemaligen Lebensumstände des berühmten Mannes bekommen, sondern auch die umfangreiche Dokumentation seines Lebens und seiner Zeit besichtigen. Eine wechselnde Sonderausstellung zu Themen der Psychologie runden das Programm ab.

Die Besonderheiten des Sigmund Freud Museums

oder: Was ein Besuch im Sisi Museum und im Sigmund Freud Museum gemeinsam haben!

Dass ich den Besuch des Sisi Museums jeden/r Österreicher/in empfehle, davon war schon mal die Rede. Weil Sisi einfach ein wesentlicher Bestandteil der österreichischen Geschichte ist und vor allem weil sie eine der Persönlichkeiten Österreichs ist, die über die Maßen und über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt ist. Quasi das Bild von Österreich außerhalb Österreichs stark beeinflusst. Wie ich darauf jetzt bei einem Tipp über das Sigmund Freud Museum komme?

Infos über eine weltweite Berühmtheit aus Wien holen

Du kannst es dir vielleicht schon denken: Weil für Hr. Dr. Freud das gleiche gilt. Zwar ein anderer Kontext und eine andere Zeit, aber das gleiche Prinzip. Weil auch Sigmund Freud zu jenem kleinen, auserwählten Kreis an, in Österreich lebenden, historischen Berühmtheiten gehört und weil es als Österreicher da schon irgendwie auch zur Allgemeinbildung gehört, zumindest die Eckdaten über den berühmten Begründer der Psychoanalyse zu wissen.

Also ging es, pflichtbewusst wie ich bin, am Wochenende in die Berggasse 19, ins Sigmund Freud Museum. Bereit mein – zugegebenermaßen nicht sehr ausgeprägtes – Wissen über Psychologie, Psychoanalyse und über Sigmund Freud zu vervollständigen. Dass dafür ein Besuch im Museum nicht reicht, ist klar. Aber für einen ersten Eindruck ist es wie geschaffen!

Ein Besuch direkt zu Hause!

Vorzimmer, Sigmund Freud Museum Wien
Einige persönliche Stücke Sigmund Freuds kannst du heute im Sigmund Freud Museum Wien besichtigen. Beispielsweise den Spazierstock oder Koffer. ©Sigmund Freud Privatstiftung/Florian Lierzer

Warum eigentlich die Berggasse 19, wirst du dich vielleicht fragen? Ganz einfach. Weil das Sigmund Freud Museum in den ehemaligen Wohnräumen und der ehemaligen Praxis angesiedelt ist. Hier also lebte Sigmund Freud und seine Familie von 1891 bis 1938. Auch hier also, wie bei den Kaiserappartements, erhältst du Einblick, wie denn die jeweilige berühmte Persönlichkeit gelebt hat. Im Falle Sigmund Freuds gilt das vor allem für die Praxis, also für die Arbeit und nicht die Freizeit. Denn die ehemaligen Praxisräume sind als Dauerausstellung zu besichtigen und einiges an Einrichtung hat sich erhalten. Du siehst bei einem Besuch des Freud Museums also, wo seine ehemaligen Patienten gewartet haben, auf welchen Stühlen sie dabei Platz genommen haben, welchen Blick sie aus dem Fenster hatten. Du siehst welche Stiege Sigmund Freud täglich auf den Weg in seine Wohnung und Praxis zurücklegte und wo er seine Jacke aufhing. Und mittels Bilder, die beim Behandlungs- und Arbeitszimmer im unteren Bereich des Raumes angebracht wurden, kannst du auch diese beiden Zimmer zumindest gedanklich einrichten und rekonstruieren. Nur die berühmte Couch, die fehlt!

Ausgesprochen viel Exponate

Wartezimmer im Sigmund Freud Museum Wien
An dieser Stelle warteten die Patienten auf Dr. Freud. Die Ausstattung ist noch original. © Sigmund Freud Privatstiftung/Florian Lierzer

In diesen bewohnten Räumen, quasi in der Praxis des Hr. Dr. Freuds, findest du dann auch eine Vielzahl an Exponaten, die dich Sigmund Freud näher bringen. So gut das eben geht. Da gibt es einen Haufen an Fotos, Briefen, an Sammlerstücken und Zeitungsartikel. Alle fein säuberlich in den Räumen aufgereiht und beziffert. Zu jeder Ziffer findest du dann in einem Gratis Katalog weitere Informationen. Dass du da schon eine Zeit lang mit Lesen verbringst ist klar. Einige Nummer gibt’s auch am (gratis) Audio Guide zu hören. 

Mein persönliches Fazit zum Sigmund Freud Musem!

Ja klar, das hat schon was durch die ehemaligen Wohn- und Arbeitsräume eines so berühmten Mannes zu gehen. Sich ein Bild zu machen vom Umfeld und den Wohnverhältnissen. Bewaffnet mit einem Audio Guide geht’s vor allem schön durch die ersten Räume: dem Eingangsbereich und dem Wartezimmer. Hier hörst du gleich mal ein paar Eckdaten über das Leben Freuds und über dessen Flucht 1938.

Natürlich ist das Museum gut besucht, weil, wie schon besprochen, Herr Freud ja auch außerhalb von Österreich kein Unbekannter ist. Und weil das Sigmund Freud Museum natürlich auch ein wichtiges „Sight“ für Touristen darstellt. Obwohl der Zugang beschränkt wird, ist’s natürlich relativ belebt und geräuschvoll (alte Böden knarren ja auch) und der Audio Guide deswegen nicht immer gut zu verstehen. Daher hab’ ich dann oft gar nicht so genau hingehört und bin einfach weiter gegangen. Oder hab’ mir nicht alles zu den Exponaten angehört. Gelesen sowieso nicht, weil der dazugehörige Katalog schon recht umfangreich ist. Was natürlich ein Fehler war, weil mir dadurch viel entging und so groß war mein Vorwissen ja dann auch nicht. Eine große Überblickstafel über den tatsächlichen Beitrag oder die Arbeit Freuds, über seine Theorien oder einfach die Eckpunkte seines Lebens würden da Abhilfe schaffen. Leider gibt’s die aber nicht (Geburtsdaten oder Geburtsort hab‘ ich beispielsweise mit meiner Art des Besuchs nicht erfahren). Wahrscheinlich erfährt man durch die einzelnen Bilder und Geschichten dahinter mehr darüber. Also fleißig zuhören und lesen ist angesagt. Wir waren übrigens zu 4. im Museum und jeder wusste am Ende etwas anderes.

Für einen ersten Einblick ins Leben Freuds ist das Museum aber zu empfehlen. Weil es natürlich dessen Umgebung in Wien zeigt und ein wenig was bekommt man dann doch mit. Vielleicht solltest du dich aber vorab schon informieren, oder du nimmst dir einfach wirklich viel Zeit und hörst dir die Geschichten zu allen Bildern und Sammlungsstücken an. Dann kannst du eine Menge Einblicke in das Leben Sigmund Freuds gewinnen!

Das rät dir freets für deinen Besuch im Sigmund Freud Museum

  • Da das Museum recht klein ist, kann es zu Wartezeiten vor dem Museum kommen. Es wird nur eine gewisse Anzahl an Besuchern eingelassen.
  • Das Sigmund Freud Museum befindet sich im ehemaligen Wohnhaus und der Praxis und ist nur über das Stiegenhaus zugänglich. Ein barrierefreier Zugang ist nicht möglich. Das kurze Stück kann aber ggf. ein Kinderwagen getragen werden.
  • Stell’ dich auf viel lesen ein. Es werden unheimlich viel Exponate ausgestellt. Richtig viel erfährst du, wenn du dir zu den Exponaten mehr anhörst und im gratis Katalog nachliest. Also Brille nicht vergessen!
  • Du kannst dich auch über Sigmund Freud vorab informieren. Auf der Website des Sigmund Freud Museums findest du die entsprechenden Infos!
  • Zur Dauerausstellung gibt es auch immer thematisch passende Sonderausstellungen.

Nützliche Hinweise für deinen Besuch

Berggasse 19, 1090 Wien
Öffnungszeiten: täglich 10:00–18:00 (letzter Einlass 15min Schließung)
Preis: Erwachsene: 10,00; Senioren: 9,00; Studenten 18–27: 7,50; Schüler 12–18: 4,00; Audioguide: kostenlos
Führungen ab 3 Erwachsene (5 Senioren) um jeweils 3,00
Dauer: ca. 1,5 Stunden
Aktualisiert: 02. Juni 2016
http://www.freud-museum.at/de/

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