Teneriffa: Atemberaubende Landschaften statt Massentourismus  

Landschaft nördlich von Masca in Teneriffa.
Kleine Häuser, Palmen, karge Felsen und Terrassengärten nördlich von Masca in Teneriffa.

kurz&bündig

Teneriffa ist Teil Spaniens und die größte der Kanarischen Inseln. Gelegen ist die Vulkaninsel geographisch aber näher bei Afrika. Bekannt ist die Insel vor allem als Urlaubsort. Teneriffa hat aber weitaus mehr als große Hotelketten und Erholung am Strand zu bieten. Die Insel besticht vor allem mir ihrer abwechslungsreichen Landschaft und mehreren Naturschutzgebieten, die sich perfekt erwandern lassen.

Ich geb’s zu, die ersten Tage in Teneriffa war ich etwas unglücklich. Weil es einfach nicht das war was ich erwartet habe. Eilt Teneriffa ja der Ruf eines beliebten Urlaubortes voraus und daher hab’ ich mir vor allem idyllische Buchten oder lange Strände erwartet. Die ich damals schon wegen vorher fehlender Reisen ins Ausland vermisste und auf die ich mich freute. Die ich aber die ersten Tage einfach nicht fand und die dann für mein voreiliges Unglück verantwortlich war. Beigetragen haben die uncharmanten Städte, die riesigen Bananenplantagen und die karge, ausgetrocknete Landschaft bei unserem Hotel (Süd-Westen).

Was ist jetzt los? Ich dachte es gibt hier nichts Negatives!

Ja klingt nicht so verlockend. Aber wie das so ist, ein paar Tage vergehen und die Welt sieht schon ganz anders aus. In diesem Fall Teneriffa. Und heute kann ich ohne schlechten Gewissen sagen: wenn du weißt, was dich erwartet, wenn du weißt, dass es vor allem um die beeindruckende Landschaft geht, ums Entdecken und Wandern, dann wirst du Teneriffa lieben.

Faszinierende Flora & Fauna

Die vielen Gesichter Teneriffas

Natürlich es wird Menschen geben, die trotzdem nach Teneriffa baden fahren und es toll finden. Ich hab’ in meinem Leben aber schon so großartige Strände gesehen und bin außerdem kein Fan von eine Woche mit 1000 anderen Touristen Seite an Seite, faul im Urlaub herumliegen. Ich will Neues entdecken, auch im Urlaub. Daher wurde sich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase auf die Landschaften konzentriert. Und da hat Teneriffa, ich hab’s schon betont, eine Menge zu bieten!

Teneriffa und die Schlucht von Masca

Im westlichen Teil der Insel gelegen und über eine kleine, sehr schmale Straße zugänglich. Bei der du, zugegeben, sehr gute Nerven brauchst. Ich hab’ ab und zu wirklich schon gedacht das war’s jetzt. Wenn du da also eher zimperlich bist, überleg dir vielleicht, ob du wirklich über diese Straßen fahren willst.

Teneriffa, Weg nach Masca

Belohnt wirst du natürlich werden und wurden wir auch. Schon die ganze Strecke lang mussten wir dauernd halten und Fotos machen. Weil es einfach so unglaublich beeindruckend war. Durch das Teno Gebirge, hinauf und dann hinunter ins Bergdorf Masca. Ein – ja hier war dann ein Punkt der anfänglichen Beschwerdeliste abgehakt – ein idyllisches Dörfchen. Am Berghang gelegen, mit Häusern, die im Berghang gebaut wurden. Von hier aus geht eine der bekanntesten Wanderungen Teneriffas los: durch die Schlucht bis ans Meer. Hast du es schon vorab organisiert, kannst du dich mit den Bus nach Masca bringen lassen am Strand von einem Boot abholen und nach Los Gigantes an der Westküste bringen lassen. Ansonsten geht’s wieder zurück (in Summe 6 Stunden).

Masca, Teneriffa, Blick von oben über den Bergkamm
Das Dorf Masca ist eine beliebte Destination auf Teneriffa und Ausgangspunkt einer der schönsten Wanderungen der Insel. Nach einer sehr abenteuerlichen Fahrt kannst du hier erstmal in ein Café einkehren, deine Nerven beruhigen und die fantastische Landschaft bewundern.

Der Lorbeerwald von Teneriffa

Ein ganz anderes Gesicht zeigt dir Teneriffa, wenn du in den Nordosten der Insel fährst, genauer ins Anagagebirge. Dort wartet ein Lorbeerwald auf dich, den es zu erwandern gibt. Von der Küste geht es also auch hier wieder ein großes Stück nach oben zu besagten Gebirge, das sich am nördlichen Zipfel in einer Länge von 20 km und einer Breite von 5–10km erstreckt. Wegen des vorherrschenden feuchten Klimas (viel Nebel und Regen) konnte dort ein Lorbeerwald entstehen. Ja und deswegen herrscht hier auch eine ganz andere Vegetation als ein paar Kilometer entfernt.

Teneriffa, Weg im Lorbeerwald
Während der Großteil der Insel Teneriffa eher trocken und karg ist, ist die nördliche Spitze das komplette Gegenteil. Im Lorbeerwald findest du jede Menge Grün, Moos und Farne und eine verwilderte Landschaft. Hier herrscht stets gemäßigtes, windiges und feuchtes Klima.

Auch hier wurde natürlich gewandert, weil in diesem Fall geht’s ja auch nicht anders. Und weil du zu Fuß dann einfach doch mehr entdeckst und das Gefühl hast wirklich dort gewesen zu sein. Auf den Waldwegen geht’s also durch den Wald, unter umgestürzten Bäumen, vorbei an moosigen Felsen und durch ein sattes Grün. Du kannst dir wirklich kaum vorstellen, noch auf Teneriffa zu sein. Wäre da nicht das Meer rund um dich, dass du auch immer wieder zu Gesicht bekommst. Eine großartige Wanderung und eine großartige Gegend.

Teneriffa, Aussicht vom Lorbeerwald
Auf den Wanderwegen im Lorbeerwald von Teneriffa gibt es auch immer wieder tolle Blicke über den Norden Teneriffas.

Doch noch ein Strand wie im Bilderbuch

Playa de Las Teresitas im Südosten der Insel Teneriffa
Playa de Las Teresitas im Südosten der Insel Teneriffa

Verbinden kannst du diesen Ausflug mit Relaxen am Stand. In der Nähe befindet sich ein wirklich schöner: „Las Teresitas“. Palmen, Meer und kilometerlanger Sandstrand. Hier kannst du dich perfekt nach der Anstrengung der Wanderung erholen und bei mir wird hier auch Punkt 2 (schöne Strände) wieder wett gemacht.

Pico del Teide – auf dem Vulkan Teneriffas

Teneriffa, Landschaft mit Pico del Teide kurz vor der Bergstation
Wie in einer anderen Welt: kurz vor der Bergstation des Pico del Teide, Teneriffa, durchquerst du diese mondartige Landschaft.

Mittelpunkt der Insel bildet der Vulkan. Den du, wenn du wie ich die Insel durchquerst und abfährst, immer wieder zu Gesicht bekommen wirst. Und auf den du auch rauf kannst. Zuerst geht’s auf einer perfekten Straße (abgesehen von der Autobahn sicher die schönste Straße der Insel) zur Talstation. Zuerst durch einen Wald, wo du schon überall Lavagesteinsbrocken liegen siehst, vom letzten Ausbruch 1909.

Landschaft im Nationalpark Teide, Teneriffa
Ein wenig surreal wirkt die Landschaft schon im Nationalpark Teide in Teneriffa. Das dunkle Lavagestein, die schwarze Erde und als Kontrast kräftig grünen Nadelbäume, im Hintergrund der Pico del Teide.

Ein fantastisches Bild ist das, die grünen Nadelbäume und der dunkle Boden. Auch hier kannst du  immer wieder stehen bleiben und ein wenig spazieren. Bis die Bäume immer weniger werden, bis du auf 2.356 Meter und somit bei der Talstation angelangt bist. Von hier geht’s in 8 Minuten zur Bergstation auf 3550 Meter. Auf der Aussichtsplattform kannst du dich dann ein wenig an die dünne Luft hier oben gewöhnen und den Ausblick genießen. Wenn du möchtest führen von hier noch drei Wanderrouten weiter.

Am Teide, Teneriffa, Lavabrocken
Am Teide in Teneriffa erwartet dich naturgemäß eine karge Landschaft. 1909 fand der letzte Vulkanausbruch 10km vom Gipfel entfernt statt, die Lava kannst du heute noch am und um den Vulkan sehen.

Weitere Highlights von Teneriffa

Dass das nicht alles war ist klar, dass ich deine Geduld nicht ewig strapazieren kann aber ebenso. Daher nur noch ein paar Bilder und Worte zu anderen Highlights Teneriffas:

Landschaft bei Faro de Tena im Westen von Teneriffa
Nach einer abenteuerlichen Fahrt entlang der Küste erreichst du das nordwestliche Ende der Insel Teneriffa. Neben einem hübschen Leuchtturm lernst du wieder neue Seiten der Landschaft kennen.

Teneriffa. Landesinnere mit Plantagen und Pico del Teide
Die Landschaft von Teneriffa ist einerseits vom zentralen Pico del Teide (im Hintergrund) geprägt, andererseits durch zahlreiche Obstplantagen, in erster Linie Mango und Bananen.

  • Die Stadt La Laguna im nördlichen Bereich der Insel. Die Stadt ist Studentenstadt und daher sehr belebt. Anders als in kleineren Ortschaften auf Teneriffa findest du hier also wirklich Leben, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und mehr. Und auch anders als in anderen Orten gibt’s hier auch tolle Architektur zu bewundern. Viele Häuser sind im Kolonialstil errichtet und stammen zum Teil noch aus dem 16. Jahrhundert.
Straße in La Laguna, Teneriffa mit Häusern im Kolonialstil
Die Universitätsstadt La Laguna liegt im Norden von Teneriffa und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Hier findest du zahlreiche Häuser ab dem 16. Jahrhundert, die im typischen Kolonialstil errichtet wurden.
  • Die Früchte! Klar, das gilt natürlich immer für ein südlich gelegenes Land. In einem Land wo es nur von Bananenplantagen und Mangobäumen wimmelt, solltest du natürlich schauen, dass du möglichst viel von diesen Früchten bekommst. Einfach köstlich!
  • Die schwarzen Strände aus Vulkangestein. Das hat natürlich schon was ganz eigenes, ganz klar. Übrigens mit extra Hitzefaktor, weil sich der Sand ganz schön aufheizen kann!
  • El Mediano ist DER Strand für Surfer. Hier gibt’s offenbar die perfekten Bedingungen. Obwohl die Umgebung nicht so berauschend ist, ist der Strand aber wirklich schön. Ein langer, heller Sandstrand, immer wieder durchzogen vom dunklen Vulkangestein, umgeben von, vom Meer bereits ausgehöhlten, Sandstein.

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