Das Winterpalais des Prinz Eugen! Ein Zweitwohnsitz der sich sehen lassen kann! 

Geschlossen Bild fürs Winterpalais Prinz Eugen
Seit Herst/Winter 2017 ist das Winterpalais des Prinz Eugen in der Himmelpfortgasse leider wieder geschlossen.

Geschlossen.

 

Leider wurde das Winterpalais des Prinz Eugen in der Himmelpfortgasse Ende 2017 geschlossen. Du interessierst dich dennoch für die Geschichte des spannenden Baus und möchtest wissen, wie’s denn drinnen ausgehen hat? Dann bist du hier richtig aufgehoben. Denn ich hab‘ für Neugierige wie dich extra den Artikel aufgehoben und nicht gelöscht! Bitte hier entlang:

Ein wenig unbekannt ist es noch, der Winterpalais des Prinz Eugen. Ein wenig versteckt gelegen kann es dir daher auch vorkommen. Fast ganz unscheinbar weht in der Himmelpfortgasse nächst dem Stephansplatz eine rote Fahne des Belvederes. Die barocke Fassade dahinter deutet aber bereits schon darauf hin: Hier hast du es nicht mit einem 0815 Haus zu tun, nein, hier steckt etwas Großes dahinter. Immerhin, eine der zwei Wiener Residenzen des berühmten Prinz Eugens, die Winterresidenz um genau zu sein (im Sommer zog es den Adel dann in ihre prächtigen Häuser vor die Stadt, im Falle des Prinzen ins Belvedere). Und noch genauer gesagt: seit Oktober 2013 eine „neue“ Niederlassung des Museums Belvedere. Das nun das Stadtpalais seiner ehemaligen Funktion wieder näher bringt – wurden doch immerhin einige Räume als Galerieräume verwendet. Und das, nicht zuletzt, dir und mir, die Möglichkeit gibt einen Blick in diesen prunkvollen, großartigen, barocken Bau zu werfen!

Ein ansehnlicher Zweitwohnsitz:

Mehr zur Geschichte des Winterpalais!

Dass Prinz Eugen nicht zu den bescheidensten Menschen gehörte, ist dir ja vielleicht schon aufgefallen. So ist seine Sommerresidenz, das Schloss Belvedere, ja doch etwas anders als andere Schlösser. Weil eben nicht nur ein großes Gebäude zum Wohnen errichtet wurde, sondern durch den groß dimensionierten Bau des sogenannten „Unteren Belvederes“ eigentlich zwei Wohnhäuser am Areal entstanden. Damit du dir die üblichen Dimensionen vorstellen kannst (die natürlich weit über unsere heutigen Standards hinausgehen), kannst du dir vorstellen, dass der Bauteile des Unteren Belvederes normalerweise jene Ausmaße wie die Gloriette in Schloss Schönbrunn hatte. Ein Ort zum Kaffee trinken und Rasten im Garten. Da war sogar das Kaiserhaus bescheidener.

Barock, Prunk und zeitgenössische Kunst: Ausstellungen und Prunkräume im Winterpalais Wien Klick um zu Tweeten

Ein prunkvolles Palais entsteht: die Baugeschichte des Winterpalais

Lange Rede kurzer Sinn: diese „Bescheidenheit“ setzt sich im Winterpalais fort. Das schon wesentlich kleiner ausgefallen ist, als das Sommerpalais, aber dennoch ganz prunkvoll ausgestattet wurde.

Immerhin wurden in Summe ganze vier Grundstücke für den Bau des Winterpalais erworben. Aber nicht gleich zu Beginn. Nein, offenbar wollte Prinz Eugen immer mehr, einen immer größeren Palais und ließ das Palais im Laufe immer weiter ausbauen. So ergeben ich für das Palais drei Bauphasen:

  • 1696 – 1698: Kauf eines Grundstücks und Planung des Palais durch Johann Bernhard Fischer von Erlach mit einem 1702 erworbenen Erweiterungsgrundstück. Jener Bauteil bildet den heutigen Mittelteil des Palais (7 Fensterachsen samt Mittelportal) sowie die Prunkstiege.
  • 1708–1711: Kauf eines 3. Grundstückes und Erweiterung des Palais durch Johann Lucas von Hildebrandt.
  • 1723 – 1724: Kauf eines 4. Grundstückes und Ausbau des Palais (17 Fensterachsen und 3 Portale). Die Bibliotheksräume entstanden in dieser Bauphase.

Das Winterpalais des Prinz Eugen besichtigen!

Schon bevor du den Eingang ins Museum bzw. Winterpalais betrittst, wartet Kunst vom Feinsten auf dich: einen Blick in die Sala terrena im Erdgeschoß solltest du auf alle Fälle werfen! @Sabine Klimpt, Belvedere Wien

Dass der Winterpalais also kein wirklich bescheidener Bau ist, wurde nun sicherlich klar. Was ja für dich als Besucher (vor allem wenn du Stadtpalais’, Schlösser und die barocke Architektur liebst), nur ein Vorteil ist. Weil du bei einem Besuch ja auch jede Menge zu sehen bekommst! Angefangen von der großen überkuppelten Einfahrt und dem tollen sog. „Sala terrena“. Ein mit Grotesken überzogener ebenerdiger Saal, den du gleich rechterhand des Eingangs findest. Hier kannst du schon einmal einen kleinen Eindruck bekommen.

Treppenhaus, Winterpalais Prinz Eugen
Besonders beeindruckend ist das Treppenhaus im Winterpalais ©Oskar Schmidt, Belvedere Wien

Gesteigert wird das Ganze aber noch, natürlich. Der Besucher muss – und musste ja auch damals – beeindruckt werden. Das gelang Prinz Eugen definitiv mit der großartigen Prunkstiege im Winterpalais. Überlebensgroße Atlanten stützen die doppelläufige Treppe und fast scheint es so, als ob sie dir deinen Platz in der Hierarchie bewusst machen möchten – ja sicher nicht über dem mächtigen ehemaligen Hausherrn.

Die Prunksäle und Ausstellungsräume im Winterpalais

Bis du dann im ersten Stock des Palais bei den tatsächlichen Prunkräumen angelangt bist und beim Eingang des Museums. Wo du dir gleich bei Ticket kaufen schon mal einen ersten Eindruck machen kannst, weil die Kassa natürlich auch in einem ehemaligen Wohnraum steht. Und wo in Folge jede Menge Prunk und jede Menge Barock auf dich wartet. Parkettböden mit Intarsien, riesige Luster, bunte Deckengemälde und beschlagene Türen. Viel Gold, viel Schnörksel, viel Prunk und Reichtum. Also genau das, was du dir von einem barocken Stadtpalais erwartest und genau so soll es auch sein. Mein persönliches Highlight war die kleine Kapelle, dessen Altar übrigens aus dem Schlafzimmer des Prinz Eugen stammte und das Goldkabinett, dessen original erhaltene geschnitzte, goldene Decke durch die Beleuchtung wie aus sich selbst zu strahlen scheint.

Deckenfresken, viel Gold und eine prunkvolle Ausstattung. Prinz Eugen scheute nicht nur bei den Dimensionen, sondern auch bei der Ausstattung des Winterpalais keine Kosten und Mühen! ©Oskar Schmidt, Belvedere Wien
Blick in den Blauen Salon, Winterpalais Prinz Eugen
Blick in den Blauen Salon. In den Prunksälen im Winterpalais wartet jede Menge Prunk auf dich! ©Oskar Schmidt, Belvedere Wien

Blauer Salon mit Luster und Deckenfresko
©Oskar Schmidt, Belvedere, Wien

Auch eine eigene Kapelle darf natürlich im Winterpalais nicht fehlen! ©Oskar Schmidt, Belvedere Wien

Die Einrichtung der Räume ist übrigens nicht mehr erhalten. Bewaffnet mit einem Plan und der dort gedruckten Beschreibung zu den Räumen kannst du dir aber Informationen über dessen Nutzung einholen. Weißt zumindest, dass du durch den damaligen Audienzsaal schlenderst (sicher stressfreier als die Besucher damals) oder dass die drei letzten Säle eigentlich voller Bücher waren. Die umfassende Büchersammlung – nur so am Rande – wanderte übrigens von einem Prunksaal zum anderen und befindet sich heute in den Prunksälen der Österreichischen Nationalbibliothek. Im letzten Raum (nach der Garderobe) findest du übrigens auch ein paar Ansichten vom Winterpalais mit der ursprünglichen Einrichtung.

Himmelpfortgasse 8, 1010 Wien

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