Der Botanische Garten Wien: eine Oase mitten in der Großstadt

Botanischer Garten Wien, Blumen mit Beschriftung
Eine kleine blühende Oase inmitten der Großstadt: das ist der Botanische Garten in Wien! Hier kannst du nicht nur unterschiedliche Pflanzenarten entdecken, sondern auch einfach so vorbei schauen und die Ruhe genießen!

kurz&bündig

Schachbrettblumen, meterhoher Bambus, pannonische Steppengräser oder blühende Hibiskusbäume sind nur wenige der Attraktionen, die der Botanische Garten zu bieten hat. Immerhin beherbergt der 8 Hektar große Garten im 3. Wiener Bezirk rund 11.500 Pflanzenarten, die nur darauf warten entdeckt zu werden. Dank des freien Eintritts kannst du dir dazu auch jede Menge Zeit lassen und den Botanischen Garten im Zauber der unterschiedlichen Jahreszeiten erkunden. In dieser blühenden Oase lernst du nicht nur jede Menge über Pflanzen, sondern kannst den Trubel der Stadt einfach hinter dir lassen!

Im Botanischen Garten Wien

11.500 Pflanzen, 8 Hektar und jede Menge Ruhe!

Vom urbanen Flair zur Ruhe der Natur

Samstag, 10:15: Wien Hauptbahnhof. Gemeinsam mit Zugreisenden und Besuchern des Shopping Centers befinden wir uns am frisch fertig gestellten Wiener Hauptbahnhof. Unser Ziel: der Großstadt entfliehen. Aber nicht mittels Zug, wie es vielleicht der Ausgangspunkt Hauptbahnhof nahe legen würde, sondern zu Fuß. Daher geht es einmal mit der Rolltreppe nach oben, vorbei an Shops und durch den großen Food Court, hinaus in die Baustelle und weiter zum Wiedner Gürtel. Neben der mehrspurigen Straßen und vorbeiziehenden Autos gehen wir weiter, immer unser Ziel vor Augen: den Eingang zum Schloss Belvedere. Hier lösen nun Touristenschwärme die Autos ab und sorgen für jede Menge Aufregung. Unser Ziel aber liegt in greifbarer Nähe: der Botanische Garten.

Blühende Blumen im Botanischen Garten WIen

 

Gut zugegeben, so greifbar war’s dann doch nicht. Zumindest nicht für uns. Denn wir ließen uns vom Oberen Belvedere in den Bann ziehen und gingen unbeirrt weiter, in Richtung Sommerresidenz des Prinz’ Eugen. Schlenderten den barocken Garten entlang, immer mit einen Blick auf die barocke Architektur. Sodass, wir glatt den Eingang zum Botanischen Garten übersahen und prompt wieder umkehren mussten, als uns ein Schild den Weg zum Alpengarten in die genau entgegen gesetzte Richtung wies. Also, alles wieder auf Anfang und zurück zum Eingang. Direkt vor dem großen, schmiedeeisernen Tor geht’s nämlich schon rechts in Richtung Alpengarten und somit in Richtung Botanischen Garten. Der sich dann parallel zur Anlage des Belvederes bis zum Rennweg zieht. Übrigens führen drei Eingänge zum Botanischen Garten, jener über den Alpengarten ist nur eine Option, die aber natürlich dank Nähe zum Hauptbahnhof sehr gut öffentlich erreichbar ist!

Alpengarten, Eingang in den Botanischen Garten Wien
Ein Tor in eine andere Welt: übers Obere Belvedere kannst du den Botanischen Garten problemlos erreichen. Und vom Wiedner Gürtel und Touristenströmen entfliehen!

Und ja, fast ein wenig klischeehaft klingt das jetzt, sobald du durch das Eingangsportal des Alpengartens gehst, hast du diesen ganzen Trubel auch schon hinter dir gelassen. Fast wie ein Portal in eine andere Welt. Von Betonwüste (Stichwort Wiedner Gürtel) zu Oase. Besagten Alpengarten kannst du übrigens gegen Entgelt (4,00) besichtigen. Wir entschieden uns dagegen und bogen gleich nach links in den Botanischen Garten ab.

Die Pflanzenwelt im Botanischen Garten entdecken

Umgeben wirst du – und wurden wir – natürlich gleich einmal von einer üppigen Vegetation. Wie man sich das hald’ auch erwartet von einem Botanischen Garten und einer Oase. Selbstverständlich wird sich auch das Bild, das dir da geboten wird, je nach Jahres- und Tageszeit verändern. Grundsätzlich gilt aber: bei 11.500 Pflanzen gibt es immer etwas zu entdecken. Auf den breit angelegten Wegen schlenderst du also gemütlich entlang, genießt die Ruhe und die viele Natur um dich und erfreust dich am Anblick und am Duft der Pflanzen. Je nach Begleiter und Interesse wirst du langsamer oder schneller gehen, weniger oder mehr Beschriftungen der Pflanzen lesen, oder darüber spekulieren, worum es sich hierbei wohl handeln mag.
Ein Tipp dabei: Die Beschriftungen sind ziemlich klein und schwer entzifferbar. Brille also nicht vergessen, solltest du eine brauchen und du dich für die genaue Bezeichnung der Pflanzen interessieren.

Blumenhartriel , Botanischer Garten Wien
Ein besonders schön blühendes, rosa Exemplar ist der sog. Blumenhartriegel im Botanischen Garten

Für Abwechslung ist jedenfalls gesorgt. Obwohl wir da am Anfang etwas skeptisch waren. Weil es zwar herrlich war, so im Schatten der riesigen und beeindruckenden Bäume zu spazieren, aber in Hinblick auf den Frühling dann doch wenig blühte und exotische Pflanzen dann doch ausblieben. Was sich aber bald änderte. Denn nach rund zehn Minuten spazieren tauchten schon die ersten rosa und lila blühenden Strauchsorten und Blumen auf; und die erhoffte Blütenpracht konnte so richtig genossen werden. Und je weiter wir in den Botanischen Garten vordrangen, desto abwechslungsreicher und vielfältiger wurde die Pflanzenlandschaft: Da gab es pannonische Steppengebiete, sumpfige Böden, den kleinsten Weinberg Wiens, zahlreiche bunte blühenden Blumen und einen riesigen Bambusstrauch, den man auch von innen bewundern konnte. Gibt es natürlich immer noch, ganz klar. Hier kannst du also so richtig die Natur und dessen Vielfalt genießen und als Botanik-Fan kommst du sowieso voll auf deine Kosten!

Bambus im Botanischen Garten

Mehr als ein Mekka für Botanik-Liebhaber!

Botanischer Garten Wien

Natürlich, dank des freien Eintritts und der innerstädtischen Lage, wird der Botanische Garten nicht nur von Blumen- und Pflanzenliebhaber besucht, sondern auch von den Städtern. Zum Laufen, zum Spazieren, zum Erholen. Zurecht. Denn, wie schon mehrmals betont, hier lässt sich so richtig schön abschalten und die Ruhe genießen!

Mein persönliches Fazit zum Botanischen Garten

Ein Besuch des Botanischen Gartens lohnt sich meiner Ansicht nach vor allem für Wiener, die ein wenig Ruhe und Abstand von der Stadt brauchen, für Ausflugstouristen, die den Besuch mit einer weiteren Aktivität verbinden wollen und für Botanik-Liebhaber. Die Artenvielfalt ist wirklich großartig, die Ruhe unbeschreiblich und es gibt viel zu entdecken.

Das rät dir freets für deinen Besuch im Botanischen Garten

  • Hunde und Fahrräder sind nicht erlaubt
  • Der Botanische Garten ist über drei Eingänge zu erreichen: Haupteingang (Mechelgasse/Praetoriusgasse), Oberes Belvedere Alpengarten, Jacquintor
  • Der Eingang Jacquintor öffnet um 10:30 und schließt 30 Minuten früher, jener zum Alpengarten um 10:15 und schließt um 15 Minuten früher
  • Der Botanische Garten ist barrierefrei zugänglich
  • Bei extrem Regenfällen, Sturm, Eis und Neuschnee oder aufgeweichter Wege bleibt der Garten geschlossen. Auskunft unter: +43 (0)1 4277-54100
  • Du willst dir lieber etwas von fachkundigen Leuten erzählen lassen? Dann nimm’ an einer der Führungen teil! Jeden Mittwoch Nachmittag gibt’s unter einem anderen Motto eine kostenlose Führung. Treffpunkt: 16:30 beim Gartenportier nächst dem Garteneingang Mechelgasse/Praetoriusgasse
  • Es finden auch immer Veranstaltungen (wie z.B.: die Raritätenbörse) im Botanischen Garten statt. Mehr Informationen gibt’s auf der Website der Boku Wien!

Nützliche Hinweise für deinen Ausflug

Rennweg 14 / Mechelgasse 2, 1030 Wien (Haupteingang)
Prinz Eugen Straße 27, 1030 Wien
Öffnungszeiten: 25.Oktober-31.Jänner: 10:00–16:00, 01.Februar–26. März und 01.Oktober–29.Oktober: 10:00–17:00, 27.März–30.September: 10:00–18:00
Geschlossen von 24. 12.–06. 01 sowie bei extrem Schlechtwetter, Neuschnee, Sturm oder Eislage
Preis: kostenlos
Dauer: rund 1,5 Stunden
Aktualisiert: 02.06.2016
http://www.botanik.univie.ac.at/hbv/index.php?nav=1

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