Schloss Greillenstein – ein unterschätztes Ausflugsziel

Schloss Greillenstein, Ansicht des Eingangsbereichs
Das Schloss Greillenstein im Waldviertel wurde Ende des 16. Jahrhunderts zu einer Vierflügelanlage im Stil der Renaissance umgestaltet. Aus dieser Zeit hast sich Architektur und Ausstattung erhalten.

kurz&bündig

Das Schloss Greillenstein gehört unweigerlich zu den beeindruckendsten und am besten erhaltenen Renaissance Bauten Österreichs. Zwischen 1570 und 1604 wurde das mittelalterliche Schloss zu einer Vierflügelanlage ausgebaut und hat sich bis heute in dieser Form erhalten. Bei einem Besuch kannst du die Architektur sowie die Ausstattung aus dem 16. und 17. Jahrhundert samt einer Badestube von 1620 besichtigen. Ein alter, barocker Garten und eine Sonderausstellung runden den Besuch ab.

Warum das Schloss Greillenstein so wenig bekannt ist, ist mir ein Rätsel. An der Architektur, an der dazugehörigen Parkanlage, an den Ausstellungen oder der Ausstattung kann es jedenfalls nicht liegen, so viel steht fest. Vielleicht liegt es ja am Nachbar des Schlosses: Stift Altenburg. Das man auf den Weg nach Greillenstein in den meisten Fällen passieren wird und dem sein Ruf weit voraus eilt: als Barockjuwel des Waldviertels. Das natürlich ebenfalls eine Menge zu bieten hat, das will ich da gar nicht schlecht reden und tatsächlich war Altenburg einer der ersten Ausflugstipps auf freets. Aber natürlich, für das weniger prunkvolle, etwas kleinere Schloss Greillenstein ist das harte Konkurrenz, kann ich mir vorstellen. Grund genug für den  heutige Artikel, der hoffentlich den ein oder anderen dann doch veranlasst, noch zehn Minuten weiter zu fahren. Es lohnt sich, versprochen!

Die Besonderheit des Schloss Greillenstein

- Renaissance durch und durch

Stift Altenburg Barockjuwel, davon war ja schon die Rede. In diesen Kategorien ist aber eines auch klar: Schloss Greillenstein ist ein Renaissancejuwel. Sofern es das Wort überhaupt gibt. Nicht, weil hier so hochrangige Künstler wie in Altenburg am Werk waren, das nicht, aber weil hier einfach so viel noch da ist. Was in Sachen Renaissance in Österreich ja schon ein wenig selten ist. Da gab’ es mal von Haus aus nicht so viele Bauten, weil Österreich damals eben länger an der Spätgotik festhielt und dann gleich ins Barock überging. Oder weil später umgestaltet wurde. Oder weil der Bau einfach beschädigt, geplündert oder zerstört wurde. Kriege und Aufstände gab’s ja einige seit der Neuzeit, Gelegenheiten also en masse.

Die Architektur und Ausstattung von Schloss Greillenstein

Schloss Greillenstein, Ansicht des Eingangsbereichs
Das Schloss Greillenstein im Waldviertel wurde Ende des 16. Jahrhunderts zu einer Vierflügelanlage im Stil der Renaissance umgestaltet. Aus dieser Zeit hast sich Architektur und Ausstattung erhalten.

Die Teile im Schloss Greillenstein, die du ohne Führung besichtigen kannst

Nicht so in Schloss Greillenstein. Hier wurde Ende des 16. Jahrhunderts fleißig umgebaut und ausgestattet, dann war allerdings Schluss. Genauere Infos gibt’s auch hier wieder auf bau:kunst:geschichten. Daher wartet eben – ja jetzt komm’ ich endlich zum Punkt – ein großartiger Bau auf dich. Eine Vierflügelanlage, umgeben von einem Wassergraben und mit hohem Turm und zwei stattliche Steinlöwen im Eingangsbereich. Im Herzen des Schlosses dann der ersehnte und erwartete, in diesem Fall sogar dreigeschossige, Arkadenhof.

Blick auf den Arkadenhof in Schloss Greillenstein
Das Schloss Greillenstein wurde im Stil der Renaissance errichtet und verfügt über einen dreigeschossigen Arkadengang im Innenhof.

Schloss Greillenstein, Arkadengang
In den Arkadengängen spazieren, die unterschiedlichen Rauchfänge entdecken und das Schloss Greillenstein erkunden. Ein Ausflug lohnt sich!

Vom Außenbau kannst du dann auch ohne Führung einige Raumteile des Schlosses besichtigen: die Orte, wo die Dauerausstellung beherbergt wird (die du dir natürlich auch anschauen kannst, ebenfalls sehenswert, zumindest war das 2014 so!), das Burgverlies und als Highlight natürlich die Badestube. Das Renaissance-Badezimmer quasi. Dessen damalige Benutzung dir anhand von beigefügten Schildern dann auch noch erklärt wird und das ist schon eine wirklich tolle Sache. Schon allein selten, dass eine Badestube in ein Schloss integriert war (quasi Privatbadezimmer, statt üblicher öffentlicher Badestube), – sonst übrigens nur in Schloss Ambras und in der neuen Residenz in Salzburg und dass eine Badestube überhaupt erhalten ist!

Schloss Greillenstein, Badestube
Ein besonderes Highlight im Schloss Greillenstein ist die Badestube, die sich aus der Erbauungszeit (1620) erhalten hat.

Die Teile von Schloss Greilleinstein, die du bei einer Führung zu sehen bekommst

Das war aber noch nicht alles. Wenn du dich für eine Führung entscheidest, und wenn du dich für Architektur interessiert dann solltest du das unbedingt tun, dann kannst du noch weitere Renaissance Räume besichtigen. Die sich eben auch aus der Erbauungszeit erhalten haben: die Registratur, der Gerichtssaal, der Rittersaal, Türkensaal und natürlich die Schlosskapelle. Aber auch hier nicht nur die Räume aus der Renaissance, sondern auch deren Ausstattung, die Türbeschläge, oder die Kamine in den Räumen. Neu ist auch, dass du bei einer Führung die privaten Salons der Besitzer (Kuefstein) besichtigen kannst.

Die Zwerge und der Drache von Greillenstein

Bei einem Besuch in Schloss Greillenstein wirst du dann noch auf so einige Zwerge stoßen und auf einen Drachen im Innenhof. Und nein, du bist jetzt nicht bei Schneewittchen gelandet, sondern einfach auf die Reste der barocken Wasseranlage gestoßen.

Zwerg der ehemaligen Wasseranlage in Greillenstein
Greillenstein und die 24 Zwerge. Zwar sind sie sagenumwoben, aber nicht Produkt eines Märchens, sondern Teil der ehemaligen Wasserspiele im Schlosspark Greillenstein.

Das heißt jetzt vor allem eines: der Garten wurde im 18. Jahrhundert neu und in barocker Manier gestaltet (so ganz ohne ging’s dann wohl doch nicht). Und dazu gehörten auch Wasserspiele, die mit insgesamt 24 Sandsteinzwergen und einen Drachen betrieben wurden.

Der barocke Garten bei Schloss Greillenstein

Wobei wir jetzt beim letzten großen Highlight von Schloss Greillenstein wären: den Schlossgarten. Der heute ein Schaugarten von „Natur im Garten“ ist und im 20. Jahrhundert auf Basis der barocken Anlage revitalisiert wurde. Prägend sind vor allem die zwei großen Alleen, die von teils 200 Jahren alten Bäumen gesäumt werden. Unter deren Schatten kannst du dann auch gleich ein wenig rasten, in die uralten Baumkronen schauen und wieder Kraft tanken.

Das rät dir freets für deinen Ausflug nach Greillenstein

  • Interessierst du dich für Architektur? Dann unbedingt die Schlossführung mitbuchen! Hier kommst du in historische Räume, die dir sonst entgehen!
  • Als Showeinlage gibt’s auch ein Führung mit Gerichtsverhandlung! Sicher ein echtes Highlight (wurde jedoch nicht getestet).
  • Hunde erlaubt
  • Parkplätze ausreichend vorhanden
  • Lust auf Picknick? Der Schlosspark von Greillenstein lädt zum Picknicken ein. Wenn du kein eigenes mitbringen willst, kannst du es beim Wirt bestellen und nach einer Besichtigung bei der Kassa abholen. Am besten du fragst einfach an der Kassa danach, wie das genau funktioniert! 

Nützliche Hinweise für deinen Ausflug

Greillenstein 7, 3592 Röhrenbach
Öffnungszeiten: April–Oktober täglich 09:30–17:00; Juli–August bis 18:00
Führungen täglich 10:30 und 14:30
Preis mit Führung durch die Schlossräume: Erwachsene 9,00; Kinder (6-16) 4,50
Preis ohne Führung: Erwachsene 5,00; Kinder 2,50
Dauer der Führung: 50 Minuten
Dauer gesagt: 2 Stunden
Aktualisiert: 23. August 2017
www.greillenstein.at

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