Wanderung zum Marmorsteinbruch Engelsberg bei Winzendorf

Blick vom Marmorsteinbruch Engelsberg
Der Marmorsteinbruch Engelsberg in den Fischauer Voralpen lässt sich im Rahmen einer kleinen Wanderung erkunden. Neben der Besichtigung des Kraftortes bietet der Ausflug auch tolle Ausblicke über die Hohe Wand Gegend.
Der Marmorsteinbruch Engelsberg in den Fischauer Vorbergen diente bis ins 19. Jahrhundert als Lieferant für Bauten Niederösterreichs und Wiens. Heute ist der Steinbruch ein besonderes Ziel verschiedener Rundwanderwege. Die rund 7km lange Wanderung führt dich vorbei an der verfallenen Ruine Emmberg, durch teils unberührte Waldstücke zum Steinbruch und herrlichen Aussichten über das Steinfeld. Hier kannst du dich über die Geschichte und Nutzung des Steinbruchs informieren, diesen faszinierenden Ort näher erkunden und bei traumhaften Aussichten pausieren.
Jahre ist es bereits her, dass ich eine Wanderung zum Marmorsteinbruch unternommen habe. Gefühlt in einem anderen Leben, zwar schon mit meinem Mann, aber noch ohne Kinder. Die Erinnerung an den glatt polierten roten Stein ist mir aber sehr gut im Gedächtnis geblieben. Die Steigung hingegen, die hab’ ich offenbar wieder schnell verdrängt. Als ich die Wanderung 2021 mit meinen beiden Töchtern und meinen Mann wiederholte, mussten wir alle feststellen: Da hab’ ich in meiner Berichterstattung aus dem Gedächtnis heraus vielleicht ein wenig untertrieben. Die Bezeichnung ausgedehnter Spaziergang würde ich der Tour jedenfalls nach gestern nicht mehr geben. Wunderschön, abwechslungsreich und Geheimtipp trifft (zum Glück) nach wie vor zu. Auch wenn es etwas anstrengender und vor allem länger war als gedacht: Die Wanderung zum Marmorsteinbruch Engelsberg ist eine schöne, noch wenig bekannte Rundwanderung in den Fischauer Vorbergen, die du unbedingt auf deine “Bucket-List” setzen solltest. 

Von der Ruine Emmerberg am Waldrand zum Geotop Engelsberg

Wir starten bei der Ruine Emmerberg in Muthmannsdorf. Am unteren Ende der Allee parken wir beim kleinen Sandparkplatz unser Auto und spazieren durch die prächtige Kastanienallee in Richtung Burg. Oben angelangt informiert ein Schild über die Rundwege der Region und zeigt die verschiedenen Möglichkeiten zum Marmorsteinbruch Engelsberg zu gelangen. Wir entscheiden uns für den direktesten Weg (zuerst am Rundwanderweg 6 / rot, danach auf den Rundwanderweg 4 / lila abzweigen).

Gemäß der Beschreibung biegen wir links ab und folgen dem Weg am Waldrand entlang. Wir genießen den großartigen Blick (zurück) auf Hohe Wand, Schneeberg und Neue Welt und marschieren im Gänsemarsch auf dem schmalen Waldweg. Links und rechts von uns wachsen üppige Wildsträucher, die uns das Gefühl geben mitten durch die Wildnis zu spazieren. Das viele Grün, das nun Mitte Mai überall Einzug hält hat seinen Anteil daran.

Blick auf Schneeberg und Hohe Wand von den Fischauer Vorbergen
Wir spazieren durch die Kastanienallee und biegen links ab. Vom Waldrand genießen wir herrliche Blicke auf die Region.

 

Wanderung zum Marmorsteinbruch Engelsberg, Kind im Wald
Das üppige Grün gibt uns das Gefühl, mitten in der “Wildnis” zu sein.

Über den Hohlweg in Richtung oben…

Immer der Beschilderung Winzendorfer Rundwanderweg 6 bzw. der rot-weißen Markierung folgend verlassen wir nach ca. 20 Minuten den Weg und wenden uns in Richtung oben. Jetzt liegt das anstrengendste Stück vor uns: ein steil nach oben führender Hohlweg. Nicht sehr idyllisch, zugegeben, aber zum Glück auch nicht allzu lang. Bald ist das steile Stück geschafft und wir wandern die leichte Steigung durch einen wunderschönen Wald. Ruhig ist es hier. Nur die Vögel zwitschern, ab und zu hören wir einen Kuckuck rufen. Einmal überholen uns zwei junge Wanderer, später sollten wir noch auf ein paar wenige weitere treffen.

…und durch den friedlichen Wald zum Marmorsteinbruch

Weit herabhängende Zweige großer Buchen bilden ein Blätterdach dicht über unseren Köpfen, dazwischen ragen hohe Föhren in den Himmel. Bald erreichen wir eine Weggabelung, bei der nun auch der Marmorsteinbruch Engelsberg mit einem eigenen Schild ausgewiesen ist. Hier läuft der rote, lilafarbene und blaue Wanderweg zusammen. Der restliche führt relativ flach durch den Wald zum unteren Ende des Steinbruchs. Bald entdecken wir immer mehr rötliche Steine und erhaschen den Blick auf einen kleinen Berg, der aus dem Wald hervor leuchtet. Ich erinnere mich, dass wir das erste Mal dachten wir hätten den Steinbruch erreicht. Etwas enttäuscht und tapfer wurde kommentiert „Ja, ist ganz nett. Der rote Stein schaut schon interessant aus“. Heute wissen wir zum Glück, dass ein weit imposanterer Steinbruch nur ein paar Meter entfernt liegt; und wandern die restlichen zehn Minuten zum “richtigen” Steinbruch.

Ziel erreicht: Beim Marmorsteinbruch Engelsberg

“Das ist ja wunderschön” bemerkt unsere große Tochter schon zu Beginn, als sie die Aussicht zu Gesicht bekommt. Den Blick über das gesamte Steinfeld, über Wiener Neustadt, bis hin zu den Windrädern am Horizont, die wir vor einigen Wochen ganz nah am Weg nach Purbach gesehen hatten. Ja, sie hat eindeutig eine Schwäche für schöne Aussichten und diese hier ist wirklich ein Anblick für sich. So spazieren wir die letzten Meter, immer wieder mit Blick auf das Steinfeld zum Steinbruch.

Aussicht vom Marmorsteinbruch Engelsberg
Der Blick über das Steinfeld ist wirklich phänomenal.

Bald stehen vor einer steil aufragenden Steinwand, die sich aus dem Berg und groben Stein heraus schält. Die glatte Oberfläche zieht sofort die Blicke auf sich.

Die Farbe des Steins erinnert tatsächlich an Marmor und wurde – wie die beigefügten Schilder erzählen – im 20. Jahrhundert für diverse Prachtbauten in Wien und Wiener Neustadt als Marmorimitation verwendet. Heute ist der Steinbruch nicht mehr in Betrieb und kann von neugierigen Wanderern und Kindern ganz genau – mit gebotener Vorsicht – erkundet werden.

Marmorsteinbruch Engelsberg, Detail glatt geschliffener Stein

Kinder vor Marmorsteinbruch Engelsberg

Detail Marmorsteinbruch Engelsberg

Nach einer ordentlichen Stärkung auf einem der steinernen Blöcke (was unserer Großen besonders gefällt) erkunden wir den Steinbruch. Unsere Tochter beobachtet fasziniert einen Mann, der etwas abseits der glatten Wand den Felsen hochklettert. Später kraxeln die Kinder mit unserer Hilfe über die großen Steinblöcke (bzw. Skulpturen), die ein wenig abseits aufgestellt sind.

Pausenplatz am Marmorsteinbruch Engelsberg
Pausenplatz auf den Steinen des Steinbruchs mit Traumaussicht
Klettern auf den Steinen des Marmorsteinbruchs Engelsberg
Von einem Stein zum anderen hüpfen: unsere Kinder genießen die Pause am Marmorsteinbruch Engelsberg.

Heimweg mit “Neue Welt Blick”

Retour geht’s gleich mal wieder ordentlich nach oben. Ein schmaler Weg führt entlang des Steinbruchs an dessen Oberkante (von wo man wieder herrliche Blicke genießen kann) und durch den Wald wieder zurück in Richtung Winzendorf. Leider ist der Weg hier nicht mehr wirklich gut beschildert und wir folgen einfach unserem Instinkt. Nach einem kurzen Abstecher zum “Neue Welt Blick”, von wo wir wieder einmal einen Traumausblick über Schneeberg, Hohe Wand und Fischauer Vorberge genießen (auch nicht beschildert, aber aufmerksame Beobachter, werden ihn entdecken), biegen wir an einer großen Weggabelung den steilen Weg nach rechts hinunter.

Aussicht vom Neue Welt Blick
Alleine wegen dieser Aussicht lohnt sich die Wanderung zum Marmorsteinbruch Engelsberg.

Bald erreichen wir den Waldweg von vorhin und folgen der Beschilderung des Rundwanderwegs 4. Den steilen Hohlweg hinab und das letzte Stück am Waldrand nehmen wir unsere letzten Kräfte zusammen. Denn partout heute hat die Mini-Maus beschlossen gar nicht gehen zu wollen und lässt sich gemütlich die gesamte Strecke tragen, was sich nach 6,5 Kilometer und 300 Höhenmeter schon bemerkbar macht. Auch für unsere 4,5jährige ist die Strecke sehr anspruchsvoll. Aber wir halten durch und kommen glücklich und erschöpft nach 7,4km beim Ausgangspunkt an.

Tourdaten: Rundwanderweg; 7,38km; 332 Höhenmeter; rote, dann lila Markierung
Vom Parkplatz der Ruine Emmerberg – Allee – links halten, der Beschilderung Winzendorf Rundwanderweg 6 (rot/weiß) folgen – am Waldrand entlang – nach ca. 20 Minuten rechts hinauf am steilen Hohlweg – später der Beschilderung Geotop Engelsberg folgen- Marmorsteinbruch – bei der Übersichtstafel vorbei den kleinen Weg bergauf – immer dem Weg folgen – größere Weggabelung rechts hinunter abbiegen – links dem Weg folgen (rote Markierung) bis zum Ausgangspunkt
PIN Engelsberg Marmorsteinbruch
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Das rät dir freets für deinen Ausflug zum Marmorsteinbruch Engelsberg!

  • Parkplatz: Muthmannsdorf, am Fuße der Ruine Emmerberg. Platz für rund 4 Autos vorhanden.
  • Andere Route: der Steinbruch ist auch mit dem Winzendorfer Rundwanderweg 4 zu erreichen. Dieser geht vom Winzendorfer Bahnhof zum Steinbruch und in einer kleinen Runde wieder retour (ca. 5,5km / Tourenbeschreibung auf Bergfex)
  • Mehr: Wer den Stein des Marmorsteinbruchs Engelsberg im Einsatz sehen will, besucht die kleine Pfarrkirche St. Peter im Moos im benachbarten Muthmannsdorf. Der Boden wurde aus dem Stein des Steinbruchs gefertigt, die Kirche ist bis 16:00 geöffnet 

Besucherinfos

Ausgangspunkt: Emmerberg 6, 2722 Winzendorf-Muthmannsdorf
GPS: 47.82123995120311, 16.09605525508245
Öffnungszeiten: jederzeit
Preis: kostenlos
Dauer: ab 3 Stunden; Länge: 7,38km
Schwierigkeitsgrad: mittel
Aktualisiert: Mai 2021

Zuletzt besucht: Mai 2021

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2 Comments

  1. says: Monika

    Ich vermisse den Ausgangsort…außer, dass 4 Parkplätze vorhanden sind hab ich nichts gefunden, wo man weggeht? LG M.

    1. says: Claudia

      Liebe Monika, der Ausgangspunkt ist die im grauen Feld angegebene Adresse (Muthmannsdorf 6). Wenn du vor Ort bist, direkt am Fuße der Ruine rauf und am Ende der Allee links abbiegen. Dort gibt’s dann auch noch weitere Weg-/Hinweisschilder. Schöne Wanderung wünsch ich dir, liebe Grüße Claudia

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