Wer schon mal in der Gegend um den Lunzer See war, wird sich denken können, dass Wandern hier besonders reizvoll ist. Hier ist es ruhig, naturbelassen und landschaftlich wunderschön. Genauso wenig mag es verwundern, dass sich die Gemeinde Lunz am See auch Bergsteigergemeinde nennt. Unzählige Wanderwege führen durch die Region, einer der bekanntesten Wanderungen ist wohl die sogenannte “Drei-Seen-Wanderung” (die an den drei “übereinander liegenden” Seen Lunzer See, Mittersee und Obersee vorbei führt). Übrigens auch so eine Wanderung, die ganz fix auf meiner To-Do-Liste steht. Aber, es muss ja nicht immer nach oben gehen. Nicht immer hat man so viel Zeit, so viel Energie, so viel Lust und nicht immer sind die richtigen Begleiter oder das richtige Equipment dabei. Im Rahmen eines Tagesausflug mit Kleinkind (rund 2) und ohne Papa als Trageunterstützung musste eine andere Wanderung her. So kam es, dass wir uns entschieden, einfach einmal den Lunzer See zu umrunden.
Ein smaragdgrüner See und versteckte Orte: unsere Wanderung um den Lunzer See
Heiß ist es mittlerweile geworden, als wir am Seeuferweg des Lunzer Wegs eintreffen. Der erste richtige Sommertag im Juli des Jahres, als hätte er nur auf unseren Ausflug zum Lunzer See gewartet. Gut nach der doch mehrstündigen Fahrt nach Lunz am See ist es mittlerweile auch Mittag geworden. Grund für uns, den Start unserer kleinen Wanderung noch ein wenig aufzuschieben. Zuerst besuchen wir das Ufer des Sees kurz nach dem Restaurant Seeterrasse und der Bootsvermietung. Schauen dem bunten Boot am Steg beim sanften Schaukeln zu, halten begeistert nach Schwänen und Enten Ausschau, tauschen feste Schuhe gegen Crocs und Flip Flops und waten vergnügt durch das eiskalte Wasser am Brunnen beim Seeufer.
Ein langsames, überschaubares und genussvolles Ankommen. Aber Genuss steht auch mit der Wanderung um den See auf der Tagesordnung. Gemütlich soll es dahin gehen, so weit, wie wir eben möchten. Nur um der Natur und dem See näher zu sein, neue Blickwinkel und Aussichten zu entdecken. Nach dem deftigen Mittagessen in der benachbarten Seeterrasse wäre ich sowieso nicht mehr zu Höchstleistungen in Sachen Wandern fähig gewesen.
Vom Vorteil des Waldes und der Straße
Und so geht es also nach rund einer Stunde in Richtung Wald. Ein Stück bergauf, vorbei an Häusern samt Grundstücken, die einem grün vor Neid werden lassen, bis wir nach wenigen Minuten den Wald erreichen. Gut so, weil die Sonne ist nun, um rund 13:00 schon richtig in Fahrt gekommen. Hier ist es kühl, schattig, ruhig. Das Lachen der Kinder, die bei der Bootsvermietung einen Sprung ins eiskalte Wasser gewagt haben, ist nur noch von weit weg zu hören. Zwischen meterhohen Waldbäumen begeben wir uns wieder ein wenig abwärts, näher zum Wasser und zum See. Versuchen durch das Dickicht Blicke auf denselben zu werfen, meist aber ohne Erfolg.
Nur manchmal gibt der Wald den Blick auf größere Teile des Sees frei. Genau dort, wo strategisch klug Parkbänke platziert wurden, um den optischen Genuss noch ein wenig verlängern zu können. Ab und zu führen auch kleine Trampelpfade hinunter zum Ufer, die aber eher für unseren vierbeinigen Begleiter als für uns interessant sind. Nur einmal, ziemlich zur Hälfte hin, bietet sich die Gelegenheit ganz nah an den See zu kommen, zu schauen und zu genießen. Die Stille, die Natur, den Ausblick. Zu rasten, zu fotografieren und die Füße ins eiskalte Wasser zu halten.
Nach rund einer Dreiviertelstunde und dem Entschluss, den See auf alle Fälle zu umrunden haben, wir auch schon die Hälfte des Wegs erreicht. Markiert durch den wunderschönen, glasklaren Seebach, dem Gewässer, der den Lunzer See speist und für seine durchgehende angenehme Frische sorgt. Für mich, trotz Seenliebhaber, einer der sehenswertesten Orte der Wanderung.
Der Rückweg zur Seeterrasse und warum kein Wald in Sachen Aussicht manchmal besser ist
Vielleicht könnte man sagen, der Rückweg ist ein wenig der Gegenspieler zum Hinweg. Sprich: Statt Wald gibt es Asphalt statt Bäume, die den Blick versperren, freie Sicht auf den See. Schöner in Sachen Panorama ist es also hier, aber nicht was den Gehkomfort und das “in der Natur Sein” betrifft. Wir genießen den Rückweg trotzdem sehr, merken kaum, wie der Weg und die Zeit verfliegt, weil wir eher nach links auf den See, als geradeaus, auf die Straße schauen.
Nur am Ende, als es bergauf geht und es in der Sonne doch recht heiß zu werden beginnt, zieht es sich ein wenig. Aber schon bald ist das Seebad erreicht und somit der Ende des Wegs in Sicht. Perfekt eigentlich, um im Bad noch einen Sprung in den See zu wagen und den Tag ausklingen zu lassen.
Tipps von freets für deine Wanderung um den Lunzer See
Parkplatz ist in der Nähe der Seeterrase (kommend von Lunz am See) vorhanden, jedoch gebührenpflichtig
Nimm dir ausreichend Wasser mit. Einkehrmöglichkeiten gibt’s kaum auf der Strecke.
Im Sommer unterwegs? Dann nimm auch deine Badesachen mit. Gegenüber der Seeterrasse gibt’s einen kleinen Steg und die Möglichkeit gratis ans und ins Wasser zu kommen. Perfekt, wenn dir schon ein wenig heiß geworden ist. Wenn du eine längere Badepause machen willst, dann empfiehlt sich auch das Seebad Lunz am See am Ende der Strecke.
Ev. Kopfbedeckung einpacken. Man geht viel in der Sonne (sofern sie scheint)
Hunde sind an der Leine erlaubt.
Kinderwagen: Die Wege sind sehr gut mit Kinderwagen befahrbar. Der Belag wechselt zwischen Asphalt, Schotter und auch im Wald ist die Fahrt mit dem Kinderwagen mühelos möglich.
Autorin Claudia Schlager
Reise-, Ausflugs- und Fotoenthusiast, Storyteller, 2fache Mädchenmama, Kunsthistorikerin, Genussmensch und Naturliebhaberin aus dem südlichen Niederösterreich. Mit freets verbinde ich seit 2015 einen Großteil meiner Leidenschaften und gebe regelmäßig Einblick in meine kleinen und großen Entdeckungen.
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