Das Museumsdorf Niedersulz – im Weinviertel anno dazumals

Museumsdorf Niedersulz, Häuser
Im Museumsdorf Niedersulz kannst du rund 80 alte Weinviertler Häuser mit Gärten und Ausstattung bewundern.

kurz&bündig

Wie sah das Weinviertel im 18. und 19. Jahrhundert aus? Wenn du dieser Frage nachgehen willst, dann bist du im Museumsdorf Niedersulz gut aufgehoben. Denn in diesem Freilichtmuseum im gleichnamigen Ort im Weinviertel gibt's, auf einer Fläche von 22 Hektar, genau das zu sehen: Ein eigenes kleines Dorf samt Dorfgasse, Kellergasse und Dorfplatz, bestehend aus rund 80 wieder aufgebauten Objekten samt Ausstattung. Nicht zu vergessen die dazu passende Bauern- und Vorgärten mit seltenen Pflanzen- und Obstsorten, die es hier zu bewundern gibt. Interessiert? Dann lies' unbedingt weiter!

Fast kommst du dir in Niedersulz vor, als würdest du durch eine Ausgabe des Servus’ Magazins spazieren. Hier ist alles alt, traditionell und unglaublich harmonisch. Hier ist alles schön, hier ist die gute alte Zeit. Hier sind hübsche Weinviertler Häuser, seltene Obst- und Gemüsesorten, üppige Bauerngärten und kleine Gässchen zwischen den alten Häusern. Ist natürlich nicht echt. Ja, die Häuser schon, aber die Idylle nicht. Weil eben Museumsdorf und unbewohnt. Würdest du wirklich im alten Bauernhaus leben, oder in der Schusterwerkstatt arbeiten, würdest du das sicher ein wenig anders sehen. Musst du aber zum Glück ja nicht. Im Museumsdorf Niedersulz kannst du dich der romantischen Vorstellung hingeben, wie ruhig, beschaulich und stressfrei das Leben doch damals war; und dir dabei die ehemaligen Wohnungen, Arbeitsstätten und Gärten des Weinviertels des 19. Jahrhunderts anschauen. Worum geht’s jetzt aber genau im Museumsdorf Niedersulz?

Das Museumsdorf Niedersulz entsteht

Schon ab 1979 wurde der Grundstein des Museumsdorfs gelegt. Indem ein alter Weinviertler Streckhof auf das Areal des heutigen Museumsdorfs Niedersulz übertragen wurde. Kontinuierlich, Jahr für Jahr, wurden weitere Häuser im Museumdorf wieder aufgebaut, das Dorf wuchs. Haus an Haus reihte sich aneinander und schon bald war eine erste Dorfgasse am Sulzbach entstanden. Presshäuser, Schüttkästen, Handwerkshäuser, eine Kellergasse, ein Dorfplatz und eine Kapelle entstanden in Niedersulz, oder besser geasgt, wurden hier wieder aufgebaut. Daneben entstand mit der Einrichtung der Häuser eine volkskundliche Sammlung.

Was dich im Museumdorf Niedersulz erwartet

Genau das, was du eben heute im Museumsdorf Niedersulz bewundern kannst. Auf einem Areal von insgesamt 22 Hektar stehen sie also, die alten Weinviertler Gebäude samt rekonstruierten Gärten. Häuser, die vorrangig aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen, mit unterschiedlichen architektonischen Formen und Funktionen. Mit ehemals unterschiedlichen Bewohnern, von unterschiedlicher sozialer Stellung. Da gibt’s einen Bauernhof, ein umgebautes Presshaus oder das Bürgermeisterhaus, beispielsweise. Das alles kannst du bei einem Besuch genau unter die Lupe nehmen. Die Häuser umrunden, oder betreten, die Einrichtung bewundern und die alten Werkstätten besuchen. Hier kannst du übrigens längst vergessene Handwerke kennen lernen, wie beispielsweise das Handwerk des Sattlers oder Handarbeitstechniken in der Textilausstellung.

Die Bauerngärten und Vorgärten in Niedersulz

Museumsdorf Niedersulz, Garten
Ein besonderes Highlight im Museumsdorf Niedersulz sind zweifellos die vielfältigen Gärten der Häuser. Je nach Jahreszeit kannst du unterschiedliche Pflanzenraritäten bewundern.

Du kannst die wunderschönen Vorgärten und Bauerngärten bewundern, die passend zu dem jeweiligen Haus gestaltet wurden. Die zahlreiche, seltene Pflanzenarten beherbergen, darunter alte Gemüse- und Obstsorten. Oder die traditionellen Vorgärten hin zur Straße, die ein jeder Weinviertler Hof hatte. Wo die Hausherrin nicht nur als Blickfang und zur Pracht des Hauses Blumen pflanzte, sondern diese dann auch gleich für Hochzeiten, Begräbnisse oder andere kirchliche Feste verwenden konnte. Wo die Weinviertler dann über den Gartenzaun die Blumensamen austauschten, wie auf der Website des Museumsdorfs zu lesen ist.

Je nach Jahreszeit wirst du hier natürlich verschiedene Dinge entdecken können, verschiedene Blumen blühen oder Obst gedeihen sehen. Allein die Gärten wären ja schon einen Besuch wert.

Museumsdorf Niedersulz, Gasse
Herrlich idyllisch ist es im Museumsdorf Niedersulz wenn du durch die Dorfgasse schlenderst und das alte Dorf einfach auf dich wirken lässt.

Dazu natürlich das idyllische Weinviertler Dorf mit seinen weißen, meist niedrigen Häusern in der Dorfgasse, Kellergasse oder am Dorfplatz. Oder natürlich auch, weniger aufgehübscht durch Vorgärten in der Hintausgasse, welche die Hinterseite der Häuser miteinander verband. Das dich allesamt in ein anderes Jahrhundert versetzt.

Der lebende Bauernhof im Museumsdorf Niedersulz

Hast du alles durchschlendert, besichtigt, vielleicht eine Pause im Dorfwirtshaus eingelegt, kannst du noch beim lebenden Bauernhof vorbeischauen. Ein besonders Highlight für Kinder, versteht sich. Der alte Zwerchhof aus Prottes aus dem späten 18. Jahrhundert wartet mit seinen Bewohnern auf dich. Hier kannst du, eingebettet in der historischen Architektur, Ziege, Schweine, Kaninchen oder Hendl besuchen. Ohne große Barrieren, da du den Hofbereich direkt betreten kannst, wenn du das möchtest. Wenn nicht umrundest du den Bauernhof einfach am alternativen Weg.

Das rät dir freets für deinen Besuch im Museumsdorf Niedersulz

  • Das Museum „in Action“ erleben! Wirf‘ einen Blick auf die unterschiedlichen Veranstaltungen auf der Website des Museumsdorf Niedersulz!
  • Am Wochenende gibt es auch Führungen. Die Überblicksführungen (SA 14:00; So-und Feiertag auch 11:00) dauern 60min (Aufpreis 4,00)
  • Es gibt auch die Möglichkeit Kindergeburtstage (zu unterschiedlichen Themen) im Museumsdorf Niedersulz zu feiern.
  • Deinen Hund kannst du nach Niedersulz mitnehmen, allerdings ist er an der Leine zu führen. Beim lebenden Bauernhof sind Hunde wegen der freilaufenden Tiere nicht gestattet. 

Nützliche Hinweise für deinen Ausflug

Museumsdorf Niedersulz, 2224 Niedersulz 250
Öffnungszeiten: 15. April–1. November
täglich 09:30–18:00 (letzter Einlass: 17:00); ab 15. Oktober bis 17:00
Preis: Erwachsene: 12,00; Senioren: 10,00; Schüler, Lehrlinge, Grundwehr- und Zivildiener: 7,50; Kinder bis 18 Jahre: freier Eintritt
Dauer: 2 Stunden
Aktualisiert: 14. August 2017
www.museumsdorf.at/

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