Eigentlich ist die Wiener Stadtbahn ja nicht so ein Sight an sich. So im klassischen Sinne, wie Schloss Schönbrunn oder der Stephansdom. Aber immerhin, die Stadtbahn ist auch schon über stolze 100 Jahre alt. Ist ein Produkt des berühmten Architekten Otto Wagners und kann ebenso, wenn auch ein wenig anders, besichtigt werden. Du fragst dich wie das gehen soll?
Vom Karlsplatz nach Schönbrunn und zurück: Die Besichtigungstour der Wiener Stadtbahn
Wenn du planst die ehemalige Stadtbahn im heutigen U-Bahn Netz zu entdecken, solltest du vorher drei Dinge wissen:
Die ehemalige Stadtbahn ist heute noch Teil des U-Bahn Netzes. Die Brücken und einige Stationen sind noch heute in Verwendung.
Vier der ehemaligen Stadtbahnstationen stehen unter Denkmalschutz: die Station Stadtpark, Schönbrunn, Karlsplatz und Hietzing. Darüber hinaus entsprechen aber auch andere Stationen wie die Hochbahnstationen am Gürtel (Alser Straße, Josefstädter Straße,…) dem damaligen Aussehen.
Zwei der unter Denkmalschutz stehenden Stadtbahnstationen werden heute nicht mehr als Station zur U-Bahn benützt. Die Pavillons am Karlsplatz und der Hofpavillon in Hietzing sind heute Teil des Wien Museums und beherbergen eine Ausstellung zu den jeweiligen Bauten sowie Hintergrundinformationen zur Entstehung der Wiener Stadtbahn und deren Architekten, Otto Wagner.
Start der Stadtbahn- Tour: die Karlsplatzpavillons!
Deine Besichtigungstour startest du am besten bei den Karlsplatzpavillons. Die du ja ganz bequem mit der U-Bahn (U1, U2, U3 oder U4) erreichen kannst. Weil das Netz der Stadtbahn ja quasi in dem der U-Bahn aufging. Aber keine Sorge: gemeint ist hier nicht die heutige Station Karlsplatz. Nein, für die zwei Pavillons aus dem ausgehenden 19. Jhdt. musst du den Ausgang Resselpark nehmen. Direkt beim Hinausgehen wirst du schon eine der Stationen (heute ein Caféhaus) erkennen und kannst daher ganz einfach den Weg dorthin finden.

Warum du mit den Karlsplatzpavillons starten sollst?
Weil du so deine Tour mit dem ersten Highlight der Stadtbahn startest. Die Pavillons brechen aus dem sonst relativ einheitlichem Design der Stadtbahn aus. Sind aufwändiger, kostbarer gestaltet und ja, sind letztendlich auch zwei statt einer Station. Warum sich Otto Wagner hier für eine außergewöhnliche Gestaltung entschied, darüber kann nur spekuliert werden.
Für dich heißt das aber, dass du beim Karlsplatzpavillon eine der schönsten Stadtbahnstationen vor dir hast. Die du in aller Ruhe besichtigen kannst, weil sie auch kein Haupteingang zur U-Bahn mehr ist. Und nicht nur von außen: Mit dem Eintritt von fünf Euro öffnet der Pavillon seine Tore. Oder eigentlich seine Glastür, so groß ist er ja dann auch wieder nicht. Innen geht es dann weiter mit Jugendstil und Otto Wagner, denn vieles ist von der ursprünglichen Ausstattung erhalten: die grüne Holzvertäfelung, die goldenen Ornamente, der schwarz–weiße Schachbrettfußboden, die Lampen. Nur um ein bisschen etwas zu nennen.
Außerdem beherbergt einer der Karlsplatzpavillons als Teil des Wien Museums eine informative kleine Ausstellung zur Wiener Stadtbahn und deren Schöpfer, Otto Wagner. Hier gibt’s in Schaukasten Informationen zum Bauprojekt Stadtbahn samt Entwurfszeichnungen, aber auch zu anderen Bauten und Entwürfen des begabten Architekten. Zum Entwurf der Neugestaltung des Karlsplatz‘ beispielsweise inklusive Modell des geplanten Kaiser Franz Josef Museum (was mir persönlich besonders gefällt) um das Werk, also den Bau, in dem man steht, besser einordnen zu können.
Weiter auf den Gleisen der ehemaligen Stadtbahn
Nachdem du dir also einen ersten Eindruck und Überblick über die Wiener Stadtbahn verschafft hast, gehst du am besten wieder zurück. Zurück zur U4 und setzt dich in eine U-Bahn in Richtung Hütteldorf. Und da nimmst du dir am besten einen Fensterplatz. Natürlich, so rasch wie die U-Bahn fährt, wirst du nicht alles im Detail betrachten können. Aber immerhin bekommst du auf diese Weise noch so einiges von der ehemaligen Stadtbahn zu sehen. Die auf genau derselben Strecke lief, wie heute die U-Bahn, über dieselben Brücken fährt, an den gleichen Haltestellen hält.
Besonders bei der U-Bahn Station Schönbrunn solltest du aus dem Fenster sehen (oder sogar aussteigen): weil du hier eine der wenigen quasi original erhaltenen Stationen vor dir hast (genauer gesagt, steht sie unter Denkmalschutz). Die originalen Schachbrettfliesen am Boden, der Schriftzug in Antiqua, die schlanken, grünen Säulen, die das vorspringende Dach tragen. All das ist also bereits über 100 Jahre alt, all diese kleinen Details hat sich Otto Wagner für diese neue, zweckmäßige Architektur ausgedacht.

Die Einstiegsstelle des Kaisers: der Hofpavillon in Hietzing
Aussteigen solltest du aber auf alle Fälle in Hietzing. Denn hier wartet eine weitere, ganz besondere U-Bahn bzw. Stadtbahnstation auf dich: der Hofpavillon. Das fällt dir nach deiner kleinen Stadtbahntour sicherlich auch gleich auf den ersten Blick auf, dass da etwas ganz anders ist. Selbst im Vergleich zu den Karlsplatzpavillons, die dann doch zumindest von Bauweise und Material relativ modern waren. Der Hofpavillon in Hietzing ist ganz an klassische, barocke Formen angelehnt: mit seiner kleinen Kuppel und der massiven Bauweise und natürlich mit der aufwändigen, klassischen Inneneinrichtung, die du auch hier bewundern kannst.
Warum diese Abweichung?
Ganz einfach. Weil der Hofpavillon, wie auch der Name schon verrät, keine Einstiegsstelle für jedermann war, sondern die persönliche Haltestelle des Kaisers. Der da natürlich schon einen etwas anderen Standard erwarten durfte, ganz klar. Da gibt es natürlich keine Kassenhalle, um ein Ticket für die Fahrt zu kaufen, da gab es eine prunkvolle, beheizte Wartehalle und einen eigenen Wartebereich für Bedienstete. Nicht zu vergessen die eigene Zufahrt für die Kutsche des Kaisers.
Seit ein paar Jahren kannst du dieses kleine architektonische Schmuckstück wieder in vollem Glanz bewundern: Denn der Hofpavillon ist nun Teil des Wien Museums und daher auch zu besichtigen. Drinnen findest du auch ein paar Informationstafeln über die Station und dessen Verwendung.

Mit diesen zwei Stationen – im wahrsten Sinne des Wortes – hast du also die Highlights der damaligen Stadtbahn besichtigen können und dank der informativen Ausstellungen in denselben auch ein wenig Background Info über den damaligen großen Verkehrsbau mitnehmen können. Natürlich war das noch nicht alles, denn große Teile sind ja noch immer in Wien vorhanden. Da brauchst du eigentlich nur bei deinen nächsten Wien Besuchen und deinen Fahrten durch die Stadt, die Augen offen halten. Wenn du noch nicht genug hast, kannst du dich natürlich auch nochmal in die U-Bahn setzen und einige, gut erhaltene Stationen genauer unter die Lupe nehmen. Dafür empfiehlen sich besonders die Stationen:
U4 Rossauer Lände
U4 Stadtpark
U6 Alser Straße (Beispiel für eine Hochbaustation)
Das kannst du aber natürlich auch auf ein anderes Mal verschieben. Gründe, nach Wien zu kommen und dort mit der U-Bahn zu fahren, gibt es ja bekanntlich genug!
Das rät dir freets für deine Besichtigung der Wiener Stadtbahn!
Natürlich brauchst du für die Anfahrt auch ein U-Bahn Ticket. Das kannst du direkt am jeweiligen Ankunftsbahnhof oder in der U-Bahn Station kaufen
Wenn du die ganze Tour machen möchtest, dann achte auf die Öffnungszeiten der beiden Wien-Museum Standorte! Dafür eignet sich nur das Wochenende zwischen 10:00 und 13:00 und 14:00 – 18:00. An einigen Feiertagen sind die Standorte auch geschlossen. Du findest du Tage auf der Homepage des Wien Museums
Am ersten Sonntag des Monats ist der Eintritt in den Hofpavillon und Karlsplatzpavillon frei.

Autorin Claudia Schlager
Reise-, Ausflugs- und Fotoenthusiast, Storyteller, 2fache Mädchenmama, Kunsthistorikerin, Genussmensch und Naturliebhaberin aus dem südlichen Niederösterreich. Mit freets verbinde ich seit 2015 einen Großteil meiner Leidenschaften und gebe regelmäßig Einblick in meine kleinen und großen Entdeckungen.
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