Die Ruine Kirchschlag erkunden: Blickpunkte, alte Mauern und ein Feuerturm

Auf 480 Meter Seehöhe liegt die Anlage der Ruine Kirchschlag. Ein wenig abseits: der Feuerturm, der die Bevölkerung einst vor Gefahren warnte.

kurz&bündig

Vom Feuerturm runter schauen, anstatt hinauf. Erfreuliche Ausblicke über die Region genießen, anstatt bedrohliche Rauch- oder Feuerzeichen von unten zu erspähen. Zum Glück hat sich die Funktion und Bedeutung des Feuerturms der Ruine Kirchschlag drastisch geändert. Statt vor Gefahren zu warnen dient der Turm heute als Aussichtspunkt. Von hier lässt sich die Gegend rund um Kirchschlag perfekt überblicken und so nebenbei eine bedeutende Burg aus dem 12. Jhdt. besichtigen.

Dass die Bucklige Welt für ihre Wehrkirchen berühmt ist, war mir ja bekannt. Dass es aber weit mehr an toller Architektur zu sehen gibt, weniger. Schande über mich, sollte man doch meinen als Kunsthistoriker und Architekturfan wäre es schon zu mir durchgedrungen, dass da so einiges an Schlössern und Ruinen erhalten geblieben ist. Aber nein, da braucht es offenbar schon einen Besuch in Kirchschlag, um mir die Augen zu öffnen. Und den Ansporn eines Blickpunkts vom dazugehörigen Feuerturm aus, um mich auf den Weg zu machen. Macht aber nichts, denn positiv werd’ ich gerne überrascht – und die von der Ruine Kirchschlag hab’ ich besser später als nie erfahren. Früh genug jedenfalls, um dir noch davon berichten zu können!

Fantastische Aussichten, eine Ruine und ein Waldlehrpfad

ein Ausflug zur Ruine Kirchschlag samt Feuerturm

Mehr als nur ein paar Steine: Die Burgruine Kirchschlag

Wie schon erwähnt, erwartet hab’ ich mir ja eigentlich einen Turm und sonst nichts. Weil ich eben wegen dieses Turms, dem sogenannten Feuerturm, und der beschriebenen Aussicht herkam. Gut, mehr wegen dem Turm, weil mich dann die Neugierde schon irgendwie auch packte und ich bei Burgen und Ruinen einfach nicht wiederstehen kann, aber ohne Aussicht wär das mit dem Turm wohl auch nichts geworden. Dass dann plötzlich eine gut erhaltene Ruine aus dem Mittelalter auf dem Schlossberg von Kirchschlag zu sehen war, hat mich völlig überrascht. Positiv, versteht sich.

Ruine Kirchschlag und Feuerturm ganz
Auf 480 Meter Seehöhe liegt die Anlage der Ruine Kirchschlag. Ein wenig abseits: der Feuerturm, der die Bevölkerung einst vor Gefahren warnte.

Die Ruine Kirchschlag als wichtige Grenzburg

Lange Rede kurzer Sinn: in Kirchschlag in der Buckligen Welt, am Schlossberg, auf 480 Meter Seehöhe liegt die Burgruine Kirchschlag. Eine ehemals mächtige Burg, die als Grenzfestung gegen den Osten (es kam ja dann schon Ungarn) diente und die mit ihrer Wehrmauer ursprünglich den ganzen Ort umschloss. Auch die ehemaligen Besitzer der Burg können sich sehen lassen: die Grafen Wildon, die Kuenringer, Güssinger, Pottendorfer, Puchheimer und Grafen Palffy zählten zu den Besitzern, nicht zuletzt auch Matthias Corvinus, der ungarische König. Nicht verwunderlich also auch, dass die Burg aus dem 12. Jahrhundert auch sukzessive ausgebaut wurde.

Und genau diese Burg, besser gesagt Reste davon, kannst du heute bei einem Ausflug zur Ruine Kirchschlag besichtigen. Nach einer kleinen Steigung (Stichwort SchlossBERG) bist du auch schon angelangt und betrittst den äußeren Burghof. Wo dich die massive Mauer aus dem 12. Jahrhundert erwartet, die sich um die gesamte Anlage zieht. Immer wieder mit Schießscharten durchbrochen und mit Zinnen versehen. Ja und ab und an auch mit ein paar Stufen, sodass du sogar auf die Bastionen hinaus kannst und auch schon von der Burg fantastische Ausblicke auf den gleichnamigen Ort genießen kannst. Gleich zu Beginn informierne übrigens auch Schautafeln über die Geschichte, die Bauphasen und das ehemalige Aussehen der Burg. Die solltest du dir gut einprägen, denn leider war’s das dann mit der Beschriftung. Im inneren Burghof kannst du aber dennoch wahrscheinlich einige Gebäudeteile ausmachen.

Blickpunkt statt Warnzeichen: der Feuerturm der Ruine Kirchschlag

Alles genau unter die Lupe genommen und besichtigt, machen wir uns auf zum Feuerturm. Der architektonisch von der Burg getrennt ist und der ursprünglich dazu diente, die Bevölkerung durch Rauch oder Feuer vor Gefahren zu warnen. Heute ist damit zum Glück Schluss, weil auch mit den großen Gefahren von Osten Schluss ist. Das 21. Jhdt. Ist ja in Sachen Grenzsicherung weit weniger bedrohlich als das Mittelalter und das Burgenland weit weniger als das früher benachbarte Ungarn.

Feuerturm Ruine Kirchschlag von unten
Auf zu besseren Aussichten: der direkt benachbarte Feuerturm dient heute als Aussichtsplattform

Heute geht es also viel mehr ums rauf Gehen, ums Runter schauen, ums Genießen. Um Ausblicke und Blickpunkte und um Schönheit der Landschaft. Viel besser als Feinde, Gefahr und Angst. Ein wenig was dafür tun musst du aber selbstverständlich auch. Weil wer runter schauen will, der muss auch rauf gehen. Viele Holzstufen führen also vom Feuerturm nach oben zur Aussichtsplattform. Die wir natürlich brav zurücklegten. Bis wir vor einem Gitter standen, ganz oben angelangt. Von unten natürlich nicht sichtbar. Alles umsonst? Zum Glück nicht, denn das Gitter ist nicht zugesperrt und problemlos zu öffnen. Keine Sorge also und nicht gleich umdrehen!

Das rät dir freets für deinen Ausflug zur Ruine Kirchschlag

  • Zur Ruine Kirchschlag für ein Rundwanderweg: Von den sog. Habsburger Kaiserbüsten am Hauptplatz in Kirchschlag geht’s auf den Schlossberg und retour über den Waldlehrpfad und die Mühlgasse ins Ortszentrum (Dauer: rund 1,5 Stunden)
  • Direkt unter der Burg und auf den Weg dorthin gibt’s einen schön gestalteten Waldlehrpfad, der dir den Weg ein wenig verkürzt
  • Die Ruine ist gut beschildert und du kannst auch ein Stück mit dem Auto zurücklegen.
  • Du besuchst die Burg im Sommer? In Kirchschlag, am Fuße des Schlossbergs, gibt’s das Burgbad Kirchschlag zum Abkühlen danach!

Nützliche Hinweise für deinen Ausflug

Wiener Straße 11, 2860 Kirchschlag
Öffnungszeiten: jederzeit
Preis: freier Eintritt
Schwierigkeitsgrad: leicht
Dauer: max. 1 Stunde exklusive Wanderung

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