Das Schubert Theater – ein Puppentheater für Erwachsene

Hr. Karl, Schubert Theater
Schön im klassischen Sinne sind sie nicht, die Puppen im Schubert Theater. Sie trinken, sie rauchen, sind gut und böse - sie sind einfach ein Abbildung von uns. Und schon bald wirst du vergessen, dass es "nur" Puppen sind! ©Schubert Theater/Barbara Pálffy

kurz & bündig

Das Schubert Theater ist ein Tipp der ganz besonderen Art. So wie das Theater selbst ein Theater der besonderen Art ist. Was jetzt absolut nicht negativ sein soll. Das Schubert Theater ist einfach nur toll. Außergewöhnlich? Ja. Etwas verrückt? Ja. Absolut sehenswert? Ja, voll und ganz, uneingeschränkt Ja.

Das solltest du über das Schubert Theater wissen!

Das Schubert Theater ist ein Puppentheater

Zuerst, und das ist ja das wichtigste überhaupt, es ist ein Puppentheater. (Klappmaulpuppen) Wer jetzt an Marionettentheater à la Salzburg denkt, weit gefehlt. Die Puppen sind nicht klein, sie sind lebensgroß. Zumindest ihr Oberkörper, weil Beine haben sie nicht. Was wiederum aber die Kleidung verdeckt. Fällt also so gar nicht auf. Die Puppen sind absolut lebensecht, vielleicht steckt auch schon etwas zu viel Leben in ihnen, vielleicht sind sie auch etwas verlebt. Schön sind sie jedenfalls nicht in den meisten Fällen, Püppchen sind es keine, so viel steht fest.

Das Puppentheater wird von einer, manchmal zwei, machmal mehreren Personen gespielt

 

Schubert Theater, Hr. Karl
Das Schubert Theater ist ein Theater der anderen Art, das du unbedingt einmal besuchen solltest! Hier werden Märchen, Wiener Klassiker, hochkarätige Literatur, historische Geschichten und noch mehr aufgeführt. ©Barbara Pálffy

Das Puppentheater wird von einer, manchmal auch von zwei (je nach Stück) Personen gespielt. Man darf sich jetzt aber auch keine Bauchredner vorstellen oder so etwas in der Art. Es wird ganz natürlich gesprochen. Aber natürlich, die Stimmen sind immer anders, die Dialoge belebt und so werden es auch die Puppen. Indem sie rauchen, trinken oder durch die Gegend reiten (kommt jetzt natürlich auch aufs Stück an). Indem sie atmen, weinen, seufzen, lachen; und all das so lebensecht, dass man nach spätestens fünf Minuten die Spieler oder den Spieler vergessen hat. Dass man völlig aufgeht in dem Stück, gebannt ist.

Das Schubert Theater ist ein relativ kleines Theater

Es ist ein kleines Theater. Natürlich kein Vergleich mit Burgtheater & Co, was Größe, Prunk oder Ähnliches betrifft. Gemütlich und familiär geht es zu, könnte man sagen. Du kommst durch einen kleinen Innenhof zum Bar/Kassabereich, wo du dich schon mit einigen der Stars – also der Puppen – vertraut machen kannst. Deine Karte abholen, ein Gläschen Wein oder ähnliches trinken und dich auf die Vorstellung freuen kannst.

Trotzdem gastieren auch einige Produktionen des Schubert Theaters schon auswärts, in tatsächlich genanten großen, prunkvollen Theatern. So wird der Hr. Karl im Burgtheater aufgeführt und F. Zawrel im Akademietheater. Wie das zusammenpasst, kann ich nicht beantworten, weil ich bislang alles nur im Schubert Theater selbst gesehen habe. Dass es aber einen gewissen Kontrast – der durchaus auch reizvoll ist – darstellen kann steht außer Frage. Und dass uns dadurch Produktionen wie der Hr. Karl und F. Zawrel länger erhalten bleiben und trotzdem Platz für neue Stücke ist, kann ja auch nur positiv sein!

Klassiker des Theaters mal anders erleben! Das geht im Schubert Theater Wien! Klick um zu Tweeten

Du merkst also ich bin vom Schubert Theater begeistert. Kommt dann auch noch dazu, dass wirklich gute Stücke gespielt werden. Ich hatte gleich am Anfang das Vergnügen mit dem Herrn Karl von Helmut Qualtinger. Echtes Wiener Original quasi. Aber auch die anderen Stücke sind hervorragend. Das kann ich auch gut behaupten, weil es mich schon selbst drei Mal dorthin gezogen hat: zum Herrn Karl, aber auch zu Don Quijote und zur Produktion F. Zawrel. Für die das Theater 2012 auch mit dem Nestroy Preis ausgezeichnet wurde. Ich kann dir also nur empfehlen, dass du mal beim Schubert Theater vorbei schaust. Dich wird ein ganz außergewöhnlicher Abend erwarten!

Die neuen Produktionen im Schubert Theater!

F. Zawrel, Schubert Theater Wien
Für die Produktion F. Zawrel wurde das Schubert Theater 2012 mit dem Nestroy Preis ausgezeichnet. Das Stück erzählt die wahre Geschichte des Friedrich Zawrels, ein Überlebender des Kinder-Euthanasie Programms am am Spiegelgrund zur Zeit des Nationalsozialismus‘. ©Schubert Theater, Barbara Pálffy

 

Hänsel und Gretel, Puppen mit Schnee
Mit eindrücklichen Mitteln wird die Geschichte von Hänsel und Gretel im Schubert Theater neu inszeniert! Wir dürfen gespannt sein! ©Schubert Theater/Barbara Pálffy

Ich könnte mir ja ohne Probleme, ein Stück im Schubert Theater mehrmals ansehen. Aber damit es nicht fad wird – auch hier nicht – gibt es laufend neue Stücke: so auch im Jahr 2016. Darunter: „Der Herr Tod und seine Freunde“; „Fünf tragische Weisen eine Frau zu töten“ und „Hänsel, Gretel, Finsterwald“. Wir dürfen gespannt sein! Die Beschreibungen klingen jedenfalls wieder großartig!

Das rät dir freets für deinen Besuch im Schubert Theater

  • Der erste Rat: eher früher, als später hin! Es ist wirklich extrem cool und gehört sicher zu meinen liebsten Freizeittipps!
  • Einen Überblick zu den Stücken erhältst du auf der Homepage! Es werden immer wieder mal alte Stücke wieder gespielt und es kommen laufend neue! 

Nützliche Hinweise für deinen Theaterbesuch:

Währinger Straße 46, 1090 Wien
Öffnungszeiten siehe Spielplan auf der Website
Preis: 22,00; Schüler, Studenten bis 27, Menschen mit Behinderung: 12,00
Dauer: 2,5 Stunden
Aktualisiert: 02. Juni 2016
info@ schuberttheater.at; 0676/ 443 48 60
http://schuberttheater.at

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