Unterwegs am Thayatalweg, dem schönsten Wanderweg durch den Nationalpark Thayatal

kurz & bündig
Der grenzübergreifende Nationalpark Thayatal im Waldviertel bzw. der Tschechischen Republik gehört zu den schönsten Naturlandschaften Österreichs. Mittels unterschiedlichen Wanderungen kannst du diese Landschaft entdecken. Eine davon ist der Thayatalweg zwischen Hardegg und Merkersdorf.

Um etwas wirklich zu sehen, geht man zu Fuß. Das gilt natürlich umso mehr für einen Nationalpark, wo andere Mittel sowieso beschränkt sind. Gut, das Rad könnte man nehmen, aber auch hier sind nicht alle Wege im Nationalpark Thayatal befahrbar. Für mich ist es also eine klare Sache, dass ich die Landschaft zu Fuß erkunde. Und wenn schon gehen, dann natürlich am (auf der Website des Nationalparks beschriebenen) schönsten Weg im Nationalpark Thayatals. Rund 9 Kilometer führen durch den Nationalpark und sind für Gelegenheitswanderer wie mich gut zu bewältigen. Ob der Weg nun wirklich der schönste ist, kann ich nicht beurteilen, weil er bislang der einzige war, den ich ausgetestet habe. Aber die Vorlage ist hoch und ich bin sicher, dass er nur schwer getoppt werden kann.

Unter Stock und über Stein

Der Thayatalweg

Beginnen kannst du die Wanderung entweder in Merkersdorf oder in Hardegg. Das eine bildet dann jeweils den Anfangs-, das andere den Endpunkt. Wir starten bei Hardegg, direkt bei der Grenzbrücke. Der gut beschilderte Wanderweg geht anfangs gleich mal ordentlich bergauf, aber das ist in Ordnung. Denn ich hab’ schon vorher gelesen, dass gleich zu Beginn das steilste Stück des Weges liegt. Und so kämpfe ich mich nach oben und bringe diesen wohl schwierigsten Teil des Weges hinter mich.

Thayatalweg
Der Großteil des Wegs führt direkt an der Thaya entlang.

 

Thayatalweg, entlang der Thaya
Schön im Schatten geht’s immer weiter hinein in den Nationalpark. Wer mit offen Augen geht, kann mit etwas Glück Eisvögel und andere Tiere entdecken.

Oben angelangt geht es gleich wieder runter. Ja, hat sich ausgezahlt oder? Aber so ist das eben beim Wandern und der Abstieg lohnt sich, denn es geht direkt zur Thaya. An dessen Ufer verläuft nun der Großteil des Thayatalwegs. Großartig. Es ist einfach nur schön neben dem Fluss zu gehen. Die Vegetation des Nationalparks immer vor Augen, das Rauschen der Thaya im Ohr, vielleicht ein paar Bewohner im Auge (ich hatte das Glück einen Eisvogel zu sehen und war ganz aus dem Häuschen), eine kühle Brise vom Fluss im Gesicht. Etwas hügelig geht es immer schön im Schatten auf kleinen Trampelpfaden und manchmal sogar unter umgestürzten Bäumen entlang. Nationalparkflair pur quasi. Das alles relativ ungestört, weil der Weg weitläufig und nicht überlaufen ist.

Der Überstieg – Abkürzung und fantastischer Ausblick

Nach einiger Zeit erreichen wir die ersten Fischerhütten und der Weg teilt sich. Rechts geht’s bergauf zum sogenannten Überstieg, weg von der Thaya. Bergauf, eben Überstieg, aber mit fantastischem Aussichtspunkt. Von dort schauen wir von oben auf das Mäander der Thaya und verschnaufen ein wenig. Wären wir weiter gegangen, hätten wir rund eine Stunde des Wegs abgekürzt.

Überstieg Thayatalweg
Mit dem Überstieg am Thayatal Wanderweg kannst du die Wanderung etwas abkürzen und so nebenbei noch einen großartigen Blick auf das Mäander der Thaya werfen und ein wenig ausrasten!

 Der Thayatalweg entlang der Thaya

Wären wir. Hätten wir. Wollte ich. Aber nicht mein Mann, denn der ist eben einfach vernarrt in Süßwasser jeglicher Art und wollte wieder zurück. Die Thaya nicht verlassen und weiter entlang des Ufers wandern.  Also ging es in meinem Fall wieder runter (das ist Liebe oder!?) zur Thaya, den Weg zurück, den wir gekommen waren. Zur zweiten Variante: die Thaya entlang. Diesmal in der Sonne, durch Wiesen, ohne Steigung. Natürlich auch herrlich.

Nachdem die beiden Wege wieder zusammentreffen gehen wir weiter durch Wald und Wiesen des Nationalparks. Die Thaya verlassen wir erst gegen Ende hin, nach einem kurzen Blick auf die Ruine Neuhäusl auf der tschechischen Seite des Nationalparks bis wir am Ende die Ruine Kaya erreichen. Mit etwas Lust, Energie und Geld (3 Euro) gibt’s diese dann noch zu besichtigen.

Der Quirks mit dem restlichen Weg am Thayatalweg

Leider ist der Thayatalweg kein Rundwanderweg. Am Ende liegt nicht Hardegg und genau das ist das einzige Manko des Wanderwegs. Kann man hald nicht ändern und in Anbetracht des wirklich fantastischen Wegs zuvor ist das schon zu verkraften. Schnellen Schrittes gehen wir also das letzte Stück an der Straße bis zum Nationalparkhaus, wo die ersehnte  Pause wartet. Immer schneller, denn über uns braut sich ein Gewitter zusammen, der Wind wird stärker und überall zucken Blitze vom Himmel.  und die Blitze zucken überall. Bis wird das letzte Stück schon fast laufen und gerade rechtzeitig Schutz im Nationalparkhaus finden. Dort bei strömenden Regen Kuchen und Kaffee genießen, die Wildkatzenbabys (!!) beobachten und das letzte Stück durch den Wald zurück nach Hardegg gehen.

 Diese Lösungen gibt’s für das “Problem”:

  1. Du kannst den Bus von Merkersdorf nach Hardegg nehmen (den wir knapp verpasst haben).
  2. Du kannst ins Nationalparkahaus auf halben Weg „einkehren“. Hier gibt’s ein Café und köstlichen Kuchen.
  3. Wenn du zwei Autos zur Verfügung hast, kannst du eines am Anfangspunkt und eines am Endpunkt parken.

Alles also halb so wild, wenn man es vorher weiß. Ab dem Nationalparkhaus geht der Weg dann auch schon wieder im Wald weiter und die Mühsal ist schon bald vergessen. In Erinnerung bleibt nur noch ein wirklich großartiger Wanderweg in einer faszinierenden Landschaft!

 

Babywildkatze auf Stamm, Thayatal Nationalparkhaus
Auch Wildkatzen leben im Nationalpark. Diese wirst du am Thayatalweg zwar nicht treffen, aber du kannst dir den Heimweg von Merkersdorf nach Hardegg mit einem Abstecher beim Nationalparkhaus abkürzen. Dort leben zwei Wildkatzen, die das letzte Jahr auch Nachwuchs bekommen haben.

Das rät dir freets für die Wanderung Thayatalweg

  • Der Thayatalweg bietet sich für heiße Sommertage an. Mag jetzt komisch klingen, aber die kühle Brise der Thaya und die schattigen Plätze bieten genug Abkühlung. Sodass es während der Wanderung fast kühler als anderswo ist.
  • Denke an die Lösungen bezüglich des Heimwegs!
  • Gutes Schuhwerk. Versteht sich zwar von selbst, aber natürlich kann es neben der Thaya mal rutschig werden und du bist ja immerhin in einem Nationalpark unterwegs!
  • Der Thayatalweg ist auch gut für Kinder aufbereitet, sie müssen aber schon relativ fit sein. Die Schilder erzählen mehr über die Vorgehensweise im Wald und über den Nationalpark. Außerdem geben sie dir Zeit zum Pausieren.
  • Bei der Burg Hardegg gibt es Parkmöglichkeiten
PIN Thayatalweg
Merk dir die Idee für später! Diese Foto kannst du gleich für deine Pinterest Pinnwand verwenden.

Nützliche Hinweise für deine Wanderung

Hardegg Stadt 65, 2082 Hardegg
Öffnungszeiten: immer
Preis: kostenlos
Dauer: 4 Stunden bzw. 3 Stunden (9,5km oder 6km mit Überstieg)
Aktualisiert: 08. März 2020
www.np-thayatal.at/modules_file//de/23/Wanderkarte01_Thayatalweg.pdf

Zuletzt besucht: August 2014

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