Zum Türkensturz wandern und über die Bucklige Welt schauen

Türkensturz im Abendlicht

kurz&bündig

Am Rande der Buckligen Welt in Niederösterreich liegt der Naturpark Türkensturz. Mitten in dessen Zentrum ein hoher Felsvorsprung und eine Ruine aus der Romantik, ebenfalls Türkensturz genannt. Ein Spaziergang von Gleißenfeld führt dich auf direkten Weg zum Türkensturz, hin zu fantastischen Ausblicken und einer Ruine, die es zu erkunden gibt.

Von nicht ganz so alten Ruinen, grausamen Geschichten und herrlichen Aussichten handelt dieser Ausflug in den Naturpark Türkensturz. Ein kürzerer, aber ein absolut nachahmenswerter. Vor allem im Herbst, wenn sich der Mischwald am Fuße des Türkensturz’ in den prächtigsten Farben verfärbt. Gut, so viel vorab, von wandern zu sprechen, ist hier vielleicht ein wenig übertrieben. Zumindest, wenn du die Route nachgehen möchtest, die wir letztes Wochenende „gewandert“ sind. Weil, 30 Minuten in eine Richtung, das ist jetzt nicht so die große Tour. Outdoor-Süchtige und Bewegungsfanatiker werden hier vielleicht ein wenig unzufrieden und unausgelastet sein.

All jene, die ein wenig raus kommen möchten, die Natur genießen und einmal neue Orte kennen lernen möchten, weniger. Nicht zuletzt ist der Weg zum Türkensturz ein beliebtes Familienausflugsziel. Nicht zu lange, nicht zu anstrengend, mit einem sehenswerten Ziel und spannenden Sagen, die sich um den Ort ranken. Und außerdem ist der Weg auch einwandfrei mit Kinderwagen befahrbar. Ideal also für Groß, klein und ganz klein.

Durch den verfärbten Buchenwald in Richtung Türkensturz

Von Gleißenfeld kommend parken wir unser Auto am Straßenrand. Biegen in den Waldweg ein und folgen der ausgezeichneten Beschilderung: Türkensturz 30 Minuten. Und die sind, das ist uns in Anbetracht des zu erreichenden Ziels klar, bergauf. Aber, wir sind ja am Rande der Buckligen Welt, das bergauf ist auch eher ein hügelauf. Gemächlicher also, schon ein wenig fordernd, aber nur ein wenig. Vielleicht auch nur für mich, als ewiger Steinfeld-Flachland-Spaziergeher.

Türkensturz, Aussicht
Wer solche Aussichten will, der muss sich vorher ein wenig plagen, ganz klar. Wobei es bei der Wanderung zum Türkensturz bei ein wenig bleibt.

Der Türkensturz: düstere Legenden

Der Blick schweift über die Hügel der Buckligen Welt, die von der herab sinkenden Sonne in goldenes Licht getaucht werden. Saftig leuchten die grünen Wiesen, friedlich sieht es aus. Bis der Blick nach oben wandern. Zum die Sonne reflektierenden Halbmond. Der wiederum den Blick nach unten lenkt. Nicht zu den Buckeln, sondern ganz nach unten. Den hohen Felsvorsprung hinab mitten in den Abgrund den die Türken hinunter gestürzt sein sollen.

Runter schauen beim Türkensturz

Kurz läuft mir bei der Vorstellung ein Schauer über den Rücken, unwillkürlich weiche ich einen kleinen Schritt zurück. Natürlich, damals war die Geschichte ein Happy End. Eine Erlösung, eine gute Nachricht. Der Feind war fort. Natürlich. Aber, wenn der Blick so nach unten wandert, da fühlt man sich eher an das mögliche Entsetzen der anderen Seite erinnert. 1532 soll es passiert sein. In der Zeit der Türkenkriege. Ein Mädchen oder sogar die Jungfrau Maria höchstpersönlich soll von einer Gruppe Türken auf den Felsvorsprung geflohen und im letzten Moment zur Seite gesprungen sein. Womit sie die Gruppe ins Verderben stürzte; und unwissentlich diesem Ort und einem ganzen Naturpark einen Namen gegeben haben.

Der Türkensturz: eine Ruine der Romantik

Ruine Türkensturz samt Landschaft der Buckligen Welt
Im 19. Jahrhundert wurde am Türkensturz eine gleichnamige Ruine errichtet.

Gut, dass der Ort aber mittlerweile nicht nur Verderben ausstrahlt. Ganz im Gegenteil. An Negatives lässt sich in Anbetracht dieser fabelhaften Aussicht über den Naturpark und das südliche Niederösterreich (samt obligatorsich gewünschten Schneebergblick) nicht denken.

Auch nicht in Anbetracht der Ruine, die an jener Stelle errichtet wurde. Eine Ruine, die dann aber gar nicht so alt ist, wie sie vorgibt zu sein. Die schon immer Ruine war, niemals Burg. In den Jahren 1824–1826 ließ Johann Fürst von Liechtenstein unter dem Eindruck der Romantik diese Ruine errichten (was für diese Zeit grundsätzlich jetzt nichts Ungewöhnliches war). Ebenfalls Türkensturz genannt. Noch im 19. Jahrhundert (1851) wurde zwischen Legende und Ruine mit der Montage zweier Halbmonde eine Brücke geschlagen. Heute hat sich davon noch einer erhalten.

Aussicht über die Bucklige Welt vom Türkensturz
Nicht nur Ruinen gibt’s hier zu erkunden, sondern auch großartige Logen- alias Jausenplatzerl mit Aussicht über die Bucklige Welt.

Tour: Gleißenfeld in Richtung Naturpark Türkensturz – zum Parkplatz – der Beschilderung durch den Buchenwald folgen – nach 30 Minuten ist der Türkensturz erreicht

Das rät dir freets für deinen Spaziergang zum Türkensturz

  • Der Weg ist auch mit Kinderwagen befahrbar – es geht allerdings ziemlich bergauf.
  • Parkplatz: Es gibt unterschiedliche Wege auf den Türkensturz. Du kannst von ganz unten losgehen, oder ein Stück rauf fahren. Neben der Straße gibt es immer wieder Parkmöglichkeiten, ein Stück weiter oben gibt es auch einen eigenen Parkplatz.

Nützliche Hinweise für deine Wanderung

2831 Gleißenfeld
Öffnungszeiten: immer
Preis: kostenlos
Dauer: rund 1,5 Stunden (Gehzeit 1 Stunde)
Schwierigkeitsgrad: leicht
Länge: 4km
Zuletzt besucht: Oktober 2017
Aktualisiert: 02. Februar 2018

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