Unterwegs am Winzendorf Rundwanderweg C – einmal um Mitterberg und Dachenstein wandern

Blick vom steinernen Bankerl auf die Ruine Emmerberg, Winzendorfer Rundwanderweg C
Ruhige Wälder, tolle Aussichten und gemäßigte Steigungen: Wandern in den Fischauer Vorbergen hat viel zu bieten. Ausgehend vom Bahnhof Winzendorf führen diverse Rundwege in die direkt benachbarten Wälder der Fischauer Vorberge, einem Vorgebirge der Hohen Wand. Der Winzendorfer Rundwanderweg C ist der längste und umrundet auf 7,17km den Mitterberg und Dachenstein. Eine gemütliche Wanderung mit tollen Ausblicken auf Hohe Wand und die umliegende Region.
Schon öfter war ich rund um den Dachenstein unterwegs. Besonders letztes Jahr, als wir viel Zeit zu Hause verbrachten, haben wir das schöne Waldstück zwischen Willendorf und Winzendorf zu unterschiedlichen Jahreszeiten genossen. Wir haben das beginnende Grün und die Blüten der Wildsträucher und des Bärlauchs entdeckt, ein Picknick beim Platz “zur schönen Aussicht” gemacht, die prächtigen Farben im Herbst bewundert und viele Spaziergänge zur Waldandacht unternommen. Die beiden Erhebungen (Dachenstein und Mitterberg) ganz umrundet haben wir allerdings nie. Mit 7,17km war mir die Runde mit den beiden Mädels dann doch zu groß. Dieses Jahr im Frühling war es dann bei einer Solo-Wanderung soweit.

Vom Bahnhof Winzendorf direkt in die Fischauer Vorberge

In der ersten Märzhälfte breche ich also wieder alleine zu einer kurzen Wanderung auf. Die zweite nach jener auf den Kienberg. Da der Winzendorfer Rundwanderweg C nah an meiner eigenen Haustür vorbeiführt, steige ich bei Netting ein und starte direkt am Waldrand des Dachensteins. Üblicherweise würde der Startpunkt beim Bahnhof Winzendorf liegen – was sich in Sachen Anreise (per Bahn) und anschließender Verköstigung (Gasthaus Puchegger) natürlich als sehr praktisch erweisen kann. Der Einstiegspunkt kann aber beliebig gewählt werden. Das ist ja das Gute an Rundwegen.

Beschilderung Kreuzung Glatz bei Netting in Richtung Winzendorf, Winzendorfer Rundwanderweg C
Von Netting nach Winzendorf und wieder zurück. Endlich umrunde ich beide Erhebungen (Mitterberg und Dachenstein) am Winzendorfer Rundwanderweg C (Dachensteinrunde).

Das erste Stück verläuft auf gewohnten Wegen. Ich gehe direkt an der Fa. Glatz vorbei bergauf in den Wald (rote Markierung) Nur ein kurzes Stück. Bei der nächsten Möglichkeit biege ich links ab und folge dem schmalen Weg am Waldrand. Rechts von mir strecken sich alte knorrige Eichen der Sonne entgegen, zaghaft zeigen erste Wildsträucher ihre Knospen. Von früheren Wanderungen weiß ich, dass später, Mitte April, hier viele Schlehen mit ihren weißen Blüten Wanderer erfreuen. Besonders schön ist jedoch der Ausblick linkerhand auf die Hohe Wand: freie Sicht auf den beliebten Ausflugs- und Wiener Hausberg im Bezirk Wiener Neustadt Land.

Aussicht auf die Hohe Wand vom Winzendorfer Rundwanderweg C bzw. Dachenstein
Was für ein Anblick. Die freie Sicht auf die Hohe Wand ist beeindruckend.

Ich folge dem Weg und biege bald wieder in den Wald ein. Die zarten grünen Spitzen des Bärlauchs zeigen, dass der Frühling nun wirklich angekommen ist (später wird hier der Boden völlig davon bedeckt sein). Noch ein kurzes Stück und die Waldbäume geben wieder den Blick auf die Hohe Wand frei. Genau hier biege ich links ab und gehe den Waldweg hinunter.

Aussicht am Winzendorfer Rundwanderweg C
Hier bitte abbiegen! Der Winzendorfer Rundwanderweg C führt entlang des Waldrandes in Richtung Mitterberg und Teichmühle.

Versteckte, imposante und beeindruckende Aussichten am Winzendorfer Rundwanderweg C

Am Waldrand folge ich der gelben Markierung in Richtung Teichmühle. Die Sonne scheint mir ins Gesicht, die Hohe Wand bildet eine imposante Kulisse. Manchmal senke ich meinen Blick in Richtung Waldboden und entdecke Kuhschellen im trockenen Gras und die ersten Leberblümchen. Eine kleine Bank lädt zur Rast, später schiebt sich auch Kienberg und Schneeberg ins Blickfeld (leider ist es aber zu bewölkt).

Steigung bei der Teichmühle auf den Mitterberg
Das anstrengendste Stück der Tour ist wohl die Steigung auf den Mitterberg bei der Teichmühle.
Weg am Mitterberg bei Winzendorf
Nur ein paar Meter weiter, aber definitiv ein anderer Wald – der fast düstere Wald am Mitterberg.

Ein Stück noch durch den Wald, über Schneereste und schon habe ich die Teichmühle erreicht. Der gemütliche Teil ist kurz vorbei und es geht der blauen Markierung bergauf auf den Mitterberg. Blühende Haselnusssträucher säumen den immer steiniger und schmäler werdenden Weg. Oben angelangt erreiche ich nach einigen Minuten das sogenannten steinerne Bankerl. Ein Aussichtspunkt, von dem ich großartige Blicke auf den Steinbruch bei Winzendorf und über die Region genieße; und auf die etwas versteckte Ruine Emmerberg.

Die Dachensteinrunde von der Teichmühle in Winzendorf nach Willendorf und Netting

Blick vom steinernen Bankerl auf die Ruine Emmerberg, Winzendorfer Rundwanderweg C
Etwas versteckt, aber nicht weniger beeindruckend ist der Blick auf die benachbarte Ruine Emmerberg vom sog. Steinernen Bankerl.
Blick auf den Winzendorfer Steinbruch und die Umgebung
Blick auf den Steinbruch bei Winzendorf, die Ortschaft und darüber hinaus. Der tolle Ausblick (hier beim Steinernen Bankerl) über die Region bleibt aber bis nach Dörfles.

Beeindruckt gehe ich weiter. Mit dieser Aussicht auf die Ruine Emmerberg (Burgenfan, ich geb’s zu) hätt‘ ich nicht gerechnet. Auch nicht mit jener auf den (bei uns durchaus markanten und bekannten) Steinbruch bei Winzendorf. Die Dachensteinrunde führt mich weiter am Rande des Mitterbergs in Richtung Winzendorf. Nun geht es relativ flach nach Winzendorf. Wer hier gestartet ist hat nun den Ausgangspunkt erreicht. Für mich ist ca. die Hälfe geschafft. Ich schummle ein wenig und biege bei Winzendorf in Richtung Waldandacht. Folge der Steigung in den Wald zur kleinen Kapelle, die zwischen den beiden Erhebungen liegt und mir den Heimweg abkürzt.

Das mache ich aber nur, weil ich den Weg von Winzendorf nach Netting schon mal gewandert bin und er mir durchaus vertraut ist; auch wenn der Abschnitt noch einiges zu bieten hätte: Relativ flach geht es von Winzendorf am Waldrand weiter. Vom Mitterberg zum Dachenstein, dieses Mal mit Blicke auf die gegenüberliegende Seite, hin zur Buckligen Welt und Wechsel. Gemütlich geht es mit Traumaussichten dahin, das letzte Stück durch den Wald zu meinem Ausgangspunkt retour.

Tourdaten: Rundweg, 7,17km; Winzendorfer Rundwanderweg C bzw. Dachensteinrunde
Ausgangspunkt Bahnhof Winzendorf – Weg in Richtung Waldandacht bzw. später Dörfles und Netting am Waldrand folgen (gelbe Markierung) – bei der Straßenkreuzung Netting/Dörfles/Strelzhof rechts bergauf in den Wald (rote Markierung) – nächste Gelegenheit (ca. 200m) links abbiegen – am Waldrand bleiben bis zur Teichmühle (gelbe Markierung) – dort rechts bergauf zum Steinernen Bankerl (blaue Markierung) zurück zum Bahnhof.

PIN Dachensteinrunde bzw. Winzendorfer Rundwanderweg C
Interessiert? Merk’ dir die Idee für später! Das Bild kannst du gleich auf den Pinterest Board pinnen.

Das rät dir freets für deine Wanderung am Winzendorfer Rundwanderweg C (Dachensteinrunde)

  • Anreise per Bahn möglich, Parkplätze aber auch am Bahnhof vorhanden
  • Hund: selbstverständlich erlaubt
  • Kinderwagen: nicht möglich, der Weg ist stellenweise sehr schmal, Wurzeln können das Schieben erschweren.
  • Abkürzen: Spaziergang zur Waldandacht oder zur schönen Aussicht bzw. nur rund um den Mitterberg, rund um den Dachenstein
  • Orientierung: die Markierungen wechseln hier ständig, die Beschilderung Winzendorfer Rundwanderweg 3 dient aber als guter Anhaltspunkt. Tipp: die Bergfex-App während des Gehens öffnen, so kannst du dich sicher nicht verlaufen.
  • Tipp: Anschließende Einkehr ins Gasthaus Puchegger
  • PS: Ich finde ständig verschiedene Bezeichnungen für die Erhebung vor dem Mitterberg, habe mich nun aber für den Namen Dachenstein entschieden (wie die ehemalige Ruine auf dessen Gipfel). Es könnte aber auch Blosenberg heißen.

Besucherinfos

Ausgangspunkt: 2722 Winzendorf Bahnhof (47.81084029021988, 16.111309268933425)
Öffnungszeiten: jederzeit
Preis: gratis
Dauer: rund 2,5 Stunden; bzw. 7,2km
Schwierigkeitsgrad: einfach
Aktualisiert: 03. April 2021

Zuletzt besucht: März 2021

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